Die Stimme des Experten: Kann Miquel Roldán vom Lehren abgehalten werden?

Der Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht an der UIB, Eduard Ramon, spricht über das juristische Geflecht, das den Fall des wegen Belästigung eines Minderjährigen verurteilten Lehrers umgibt.

Die CEIP Maria Antònia Salvà von Son Sardina war die erste, die streikte, um die Anwesenheit von Miquel Roldán abzulehnen.
vor 26 min
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PalmaDer Ministerrat hat die Reform des Gesetzes zum umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt (Lopivi) verabschiedet, um unter anderem zu verhindern, dass Lehrer, die wegen Straftaten im Zusammenhang mit Minderjährigen verurteilt wurden, ihren Beruf ausüben können. Diese Entscheidung fand auf den Balearen im Anschluss an den Fall von Miquel Roldán, einem Profi, der wegen Belästigung eines ehemaligen Schülers zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde und dessen Rückkehr in den Beruf die Familien der CEIP Son Pisà und CEIP Maria Antònia Salvà zu einem Streik veranlasste, um abzulehnen, dass er sich in einem Klassenzimmer mit Kindern aufhält, besondere Beachtung. Aber wird diese Gesetzesänderung ihn wirklich betreffen?

Wir sprechen mit dem Professor für Strafrecht an der UIB, Eduard Ramon, der die Angelegenheit aus juristischer Sicht analysiert. „Die Idee ist, dass jede Reform, die nach dem Zeitpunkt der Taten erfolgt, wenn sie für die Person nachteilig ist, nicht angewendet werden kann. Wenn sie hingegen vorteilhaft ist, kann sie rückwirkende Wirkung haben“, erklärt er und erinnert an einen der Grundprinzipien des Strafrechts.

Verfassungsrecht

Die spanische Verfassung legt genau fest, dass ungünstige Gesetze nicht rückwirkend angewendet werden dürfen, obwohl es Ausnahmen und Nuancen je nach Art der Norm und dem konkreten Kontext gibt. „Wenn die vorgenommene Änderung nicht streng ein Strafgesetz ist und beispielsweise als Voraussetzung für den Zugang zur Lehre festgelegt wird, keine Vorstrafen zu haben, kann dies anders analysiert werden. Es gibt viele Nuancen, denn das Recht funktioniert so“, versichert der Jurist.

Nunmehr betont der Experte, dass die genaue Ausgestaltung der Norm erst vollständig beurteilt werden kann, wenn der endgültige Text veröffentlicht ist und untersucht werden kann, wie er in jedem Einzelfall angewendet wird. Alles, was jetzt getan werden kann, sind Interpretationen ins Blaue hinein.

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