Spanien ändert das Gesetz zum Schutz Minderjähriger, um Situationen wie die von Miquel Roldán zu verhindern

Die Reform verschärft die Zugangskontrollen zu Berufen mit Minderjährigen und erhöht die Anforderungen für die Arbeit in Bildungs- und sozialen Umfeldern

Miquel Roldan, in einem Dateibild
08/05/2026
3 min

PalmaDer Ministerrat hat an diesem Dienstag in erster Lesung die Ausweitung des seit 2021 geltenden Organgesetzes zum umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt gebilligt. Die Reform verschärft die Kriterien für die Ausübung oder Beibehaltung von Berufen, Handwerken und Tätigkeiten, die regelmäßigen Kontakt mit Minderjährigen beinhalten. Von nun an wird es eine zwingende Voraussetzung sein, keine Vorstrafen wegen Straftaten im Zusammenhang mit Kindern zu haben, um Zugang zu diesen Arbeitsplätzen zu erhalten. Mit dieser Maßnahme sollen Situationen wie die des Lehrers Miguel Roldán vermieden werden, der wegen Belästigung eines Schülers verurteilt wurde und dessen Einstellung in ein Bildungszentrum bei den Familien Ablehnung hervorrief.

Die von der Ministerium für Jugend und Kindheit geförderte Reform stärkt auch das Recht aller Kinder und Jugendlichen, in Gerichts- und Verwaltungsverfahren gehört zu werden, ohne Altersbeschränkung, und erweitert die Schutzgarantien vor jeder Form von Misshandlung. Auf der Pressekonferenz nach dem Ministerrat räumte die Ministerin Sira Rego ein, dass der Staat "eine Schuld gegenüber der Kindheit" habe und kritisierte, dass jahrelang das Zeugnis von Minderjährigen in Zweifel gezogen und die Arbeit vieler schützender Mütter in Frage gestellt worden sei. In diesem Sinne bat sie darum, diese Realität anzuerkennen und sich bei all jenen Kindern zu entschuldigen, die nicht gehört wurden.

Die neue Fassung legt fest, dass die Aussage aller Minderjährigen in jedem sie betreffenden Verfahren zwingend erfasst werden muss. Bisher galt dieses Recht ab 12 Jahren oder wenn der Minderjährige als ausreichend reif galt. Ein weiterer hervorzuhebender Punkt ist die Stärkung des Grundsatzes des Kindeswohls. Jede Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidung muss ausdrücklich begründen, wie dieses Interesse bewertet wurde und warum die getroffene Entscheidung das physische, emotionale und psychologische Wohl des Kindes schützt.

Entfernung des Opfers

In diesem Rahmen wird als Kriterium die Priorisierung der Entfernung des Minderjährigen vom Täter aufgenommen. „Schützen darf niemals bedeuten, mit jemandem zusammenzuleben, der misshandelt“, betonte Rego. Die Reform verbietet außerdem ausdrücklich die Verwendung des sogenannten Parental Alienation Syndrome (PAS) sowie jeder pseudowissenschaftlich fundierten Variante. Von nun an darf kein Bericht, der es verwendet, in Gerichts- oder Verwaltungsverfahren verwendet werden, und Entscheidungen, die sich darauf beziehen, können angefochten werden. Die Ministerin hob hervor, dass Spanien damit das erste Land ist, das die Verwendung per Gesetz verbietet.

Unter anderem werden auch die Voraussetzungen für Berufe mit regelmäßigem Kontakt zu Minderjährigen verschärft, die Anerkennung von Opfern von Kindesmissbrauch beschleunigt und die spezialisierte Ausbildung von Fachkräften durch einen spezifischen Plan gefördert. Ebenso ist die Schaffung von spezialisierten Pflichtverteidigungen für Gewalt gegen Kinder vorgesehen, um den Zugang zur Justiz zu erleichtern.

Schließlich führt die Reform eine herausragende Maßnahme im Bereich der Betreuung ein: Mit der Zustimmung eines einzigen Elternteils kann ein minderjähriges Opfer von Gewalt psychologische, soziale oder rechtliche Hilfe erhalten, ohne dass der Täter den Reparationsprozess blockieren kann. Der Ministerrat hat auch die Strategie zur Ausrottung der Gewalt gegen Kinder für die Jahre 2023 und 2024 überarbeitet. Laut dem Ministerium sind 90 % der geplanten Maßnahmen bereits angelaufen, obwohl immer noch Herausforderungen bestehen, wie z. B. Ungleichheiten zwischen den Regionen, mangelnde richterliche Spezialisierung und die Notwendigkeit, die Koordination und die Datensysteme zu verbessern.

Sumar Más fordert die Veränderung

Der Abgeordnete von Sumar Més im Kongress, Vicenç Vidal, hat zugesichert, dass sein Eingreifen entscheidend dafür war, dass die spanische Regierung in die Reform des Organgesetzes zum Schutz von Kindern und Jugendlichen das Verbot aufnimmt, dass Personen, die wegen Missbrauchs verurteilt wurden, Berufe ausüben dürfen, die mit Minderjährigen in Kontakt kommen.

Laut Vidal geht die Initiative von FAPA Mallorca aus und wurde direkt an die Ministerin Sira Rego weitergeleitet, die sie in die am Dienstag angekündigte Gesetzesaktualisierung aufgenommen hat. Die Reform verschärft die Anforderungen für den Zugang zu Lehrberufen oder jede berufliche Tätigkeit, die mit Kindern und Jugendlichen verbunden ist, im Anschluss an die in Palma im sogenannten 'Fall Roldán' aufgetretenen Ereignisse. Der Abgeordnete hat die Maßnahme begrüßt und betont, dass "ab sofort die spanische Gesetzgebung verhindern wird, dass eine wegen Missbrauch von Minderjährigen verurteilte Person mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt arbeiten kann". Ebenso hat er verteidigt, dass es sich um eine "Gerechtigkeitsentscheidung" handelt, um den Schutz von Minderjährigen zu gewährleisten.

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