Mehr als 1.500 Stücke mallorquinischen archäologischen Erbes, die drei Deutsche zu plündern versuchten, konnten wiedergefunden werden.
Zu den geborgenen Artefakten gehören griechische und römische Münzen, Amphoren, Schmuck und Skulpturen, die die Handels- und Kulturgeschichte Mallorcas veranschaulichen.
PalmeDie Guardia Civil hat auf Mallorca über 1.500 wertvolle Kulturgüter und historische Objekte beschlagnahmt. Drei deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz auf der Insel hatten diese über Jahre hinweg mutmaßlich illegal angesammelt. Zu den beschlagnahmten Gegenständen gehören 1.574 antike Münzen, Amphoren, Salbengefäße, Lampen, Krüge, Schmuck, Skulpturen und Schwerter. Die Ermittlungen begannen im Oktober 2024, als eine ältere Frau am Flughafen Palma mit etwa 50 Münzen aus der griechischen Antike bis zum Mittelalter angehalten wurde. Dank ihrer Kooperation konnten die Beamten den Rest der Sammlung in ihrem Haus in Cales de Mallorca (Manacor) ausfindig machen.
Am vergangenen Donnerstag präsentierte die Inselrätin für Kultur, Antònia Roca, einige der Fundstücke im Museum von Mallorca. Alle Objekte werden von Experten für Kulturerbe analysiert, die ihre Herkunft, ihren archäologischen Wert und in einigen Fällen auch ihren wirtschaftlichen Wert bestimmen werden. Bislang wurden nur die Münzen untersucht. Darunter befinden sich griechische Stücke, Münzen aus der römischen Kaiserzeit und Münzen aus späteren Epochen bis hin zum Mittelalter, viele mit handschriftlichen Inschriften, die auf ihre Herkunft hinweisen. Techniker untersuchen, ob die Fundstücke von Ausgrabungsstätten auf Mallorca oder im Mittelmeerraum stammen, während der Inselrat vor dem „unermesslichen archäologischen Schaden“ durch illegale Ausgrabung warnt. Maria Gràcia Salvà, Direktorin des Museums von Mallorca, erinnert alle daran, dass „die Artefakte an ihren ursprünglichen Fundorten sprechen, nicht außerhalb davon“ und bittet jeden, der sie entdeckt, dies den Behörden zu melden. Der Fall, der vom Gericht in Manacor untersucht wird, könnte Auswirkungen auf den Hauptverdächtigen haben, der laut Guardia Civil möglicherweise verstorben ist. Sämtliches Beweismaterial steht unter dem Schutz des spanischen Denkmalschutzes und geht nach Urteilsverkündung in den Besitz des Consell de Mallorca (Inselrat von Mallorca) über.
Die Kulturministerin dankte der Guardia Civil und dem Denkmalschutzamt des Consell sowie der Öffentlichkeit für ihre Unterstützung und betonte, dass es sich um eine der größten archäologischen Ausgrabungen auf Mallorca handele. Der Fall erinnert an andere bedeutende Funde auf der Insel, wie das römische Schiffswrack von Ses Fontanelles, das 2019 60 Meter vor der Küste von Playa de Palma entdeckt wurde und rund 300 Amphoren mit Wein, Öl und anderen Produkten enthielt, deren Bergung durch den Consell noch aussteht.