Umfeld

Die Räte von Mallorca und den Pitiusen-Inseln wollen den Gülletransport mit der Ökosteuer finanzieren.

MÁS por Mallorca kritisiert die Zuweisung von Umweltressourcen an ein „nicht nachhaltiges“ Projekt, das auf mangelnde Planung zurückzuführen sei.

Ca Na Putxa
ARA Balears
Akt. vor 12 min
2 min

PalmeDie Präsidenten der Gemeinderäte von Ibiza und Formentera gaben am Mittwoch bekannt, dass sie Mittel aus der Tourismusabgabe für nachhaltigen Tourismus (ehemals Ökosteuer) beantragen werden, um die Kosten für den Transport von Abfällen der Pitiuseninseln zur TIRME-Anlage auf Mallorca im Rahmen eines Pilotprojekts zur Abfallwirtschaft zu decken. Schätzungen zufolge stammen rund 91 % der Abfälle von Ibiza und 9 % von Formentera. Die jährlichen Kosten des Pilotprojekts werden auf etwa 10 Millionen Euro geschätzt. Im Sommer verdoppelt sich die Einwohnerzahl Ibizas und verdreifacht sich die von Formentera, wodurch das Abfallaufkommen proportional ansteigt. Die Gemeinderäte sind der Ansicht, dass es sinnvoll ist, wenn der Tourismussektor über die Tourismusabgabe zur Lösung dieses gemeinsamen Problems beiträgt. Die Gesamtkosten für den Abfalltransport von Ibiza nach Mallorca werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Wie die für die Initiative zuständigen Institutionen damals mitteilten, sollte dieser Betrag von der Regierung der Balearen an den Rat von Mallorca überwiesen werden, der als für die Abfallentsorgung der Insel zuständige Behörde die Umweltkosten der Behandlung trägt. Der Haushaltsplan des Rates von Mallorca für 2026, über den ARA Baleares berichtet, enthält diese Position jedoch nicht, da zum Zeitpunkt seiner Erstellung keine vollständige Rechtsgrundlage für die Durchführung des Vorhabens bestand. Quellen innerhalb der Institution versichern jedoch, dass sie weiterhin daran arbeiten, die Mittel von der Regierung zu sichern.

Nicht nachhaltig

Die Ankündigung stieß jedoch auf heftige Kritik von MÉS per Mallorca. Die ökologisch-souveräne Partei hält es für besonders bedenklich, dass Gelder für den Transport von Abfällen zwischen den Inseln verwendet werden – ein Vorgehen, das ihrer Ansicht nach nicht nachhaltig ist und die Umweltbelastung erhöht. Catalina Inés Perelló, Sprecherin von MÉS per Mallorca im Consell (Inselrat), erklärte, die Verwendung der ITS (Steuer auf nachhaltige Nutzung) für den Abfalltransport sei nicht nachhaltig, sondern die Institutionalisierung eines Problems anstatt dessen Lösung. Zudem sei dies eine perverse Verwendung einer Steuer, die der Reduzierung von Umweltauswirkungen und nicht deren Umverteilung dienen solle. Perelló kritisierte auch den fehlenden Plan und die Verantwortungsübernahme der PP (Volkspartei) und warnte, dass diese kurzfristige Lösung das Umweltproblem langfristig verschärfe. Die Partei weist darauf hin, dass die Abfallbehandlung laut EU-Verordnung nicht subventionsfähig sei und öffentliche Mittel für Maßnahmen zur Abfallvermeidung, zum Recycling und zur getrennten Sammlung eingesetzt werden sollten.

Darüber hinaus hat MÁS per Mallorca das Schweigen des Präsidenten des Consell de Mallorca, Llorenç Galmés, angeprangert. Ihm wird politische Unterwürfigkeit gegenüber den Entscheidungen der PP vorgeworfen. MÁS per Mallorca fordert einen Stopp der Abtransportmaßnahmen, um eine verdeckte Änderung des Abfallmanagementmodells und den Einsatz der ITS (Inselverkehrsbehörde) zu verhindern. Laut der Partei sollte jede Insel für ihren eigenen Abfall verantwortlich sein, wie es Mallorca praktiziert. Öffentliche Mittel sollten für die Abfallreduzierung und den Übergang zu einem nachhaltigen Modell eingesetzt werden, anstatt das Problem von einer Insel auf die andere zu verlagern.

Auch Umweltgruppen, insbesondere GEN-GOB von Ibiza und GOB von Mallorca, haben Kritik geübt. Beide Organisationen sehen es als Versagen der Umweltpolitik, dass der Abfall der Pitiusen-Inseln letztendlich auf dem Seeweg nach Mallorca transportiert werden muss. Laut Juan Carlos Palermo, Präsident von GEN-GOB, ist es „unglaublich, wie wenig Planung und Kapazitäten die Politik im Umgang mit einem so sensiblen und wichtigen Thema hat. Es gibt keinen Abfallwirtschaftsplan auf Ibiza, der es uns als Gesellschaft ermöglichen würde, uns zu organisieren und mit unseren Abfällen umzugehen.“ Sprecher von Ibiza.

stats