Der im Fall Plus Ultra untersuchte Finanzier muss alle zwei Tage bei einem Gericht auf Mallorca erscheinen

Der Richter lässt Simón Verhoeven, der in Deutschland festgenommen wurde, unter Auflagen frei und verbietet ihm, das Staatsgebiet zu verlassen.

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Fassade des Nationalen Gerichtshofs
ARA Balears
25/09/2026 - 19:53 h
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PalmaDer Richter des Nationalen Gerichtshofs, José Luis Calama, hat diesen Freitag den niederländischen Finanzier Simón Leendert Verhoeven, der im Fall Plus Ultra untersucht wird, unter Auflagen freigelassen, nachdem er aufgrund eines Haftbefehls in Deutschland festgenommen worden war. Zu den auferlegten Maßnahmen gehört, dass er sich alle zwei Tage bei einem Gericht melden muss, Spanien nicht verlassen darf, seinen Reisepass abgeben muss und jede Wohnsitzänderung mitteilen muss. Verhoeven hat seinen Wohnsitz auf Mallorca angemeldet.

Der Magistrat hat diese Entscheidung gegen den Willen der Staatsanwaltschaft getroffen, die eine Kaution in Höhe von einer Million Euro für seine Freilassung gefordert hatte, sowie gegen die der populären Ankläger, die vom PP koordiniert werden und die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft verlangt hatten.

In dem Beschluss weist Calama darauf hin, dass er „keine Anhaltspunkte im Verfahren sieht, die das Bestehen einer Fluchtgefahr“ seitens Verhoeven erkennen lassen, ein Risiko, das er als „wesentlich“ betrachtet, um eine so schwerwiegende Maßnahme wie die Untersuchungshaft zu rechtfertigen. Der Richter ist der Ansicht, dass jedes eventuelle Fluchtrisiko durch weniger restriktive Maßnahmen „garantiert und gemindert“ werden kann.

Verhoeven wurde an diesem Freitagmorgen aus dem Gefängnis von Soto del Real zum Nationalen Gerichtshof gebracht, nachdem er am Donnerstag von den deutschen Behörden überstellt worden war. Er hatte die Nacht auf Entscheidung desselben Richters im Gefängnis verbracht.

Der Richter sieht Anhaltspunkte für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit

Obwohl er seine Freilassung anordnete, ist Calama der Ansicht, dass es „ausreichende Gründe gibt, Verhoeven als mutmaßlich strafrechtlich verantwortlich“ für die ihm zur Last gelegten Verbrechen zu betrachten.

Der Finanzier hat jedoch beschlossen, während des Gerichtstermins von seinem Recht zu schweigen, Gebrauch zu machen. Laut von EFE zitierten Justizkreisen hat Verhoeven argumentiert, dass er die Akten noch nicht lesen konnte, und angeboten, in einigen Tagen auszusagen. Seine gerichtliche Situation bleibt daher an die Einhaltung der vom Richter vereinbarten Vorsichtsmaßnahmen gebunden, zu denen insbesondere die Verpflichtung gehört, sich alle 48 Stunden bei einem Gericht zu melden.

Zwei Goldbarren und Schmuck in seinem Wohnsitz auf Mallorca

Verhoeven ist mit Mallorca verbunden, da sein Wohnsitz in Santa Maria del Camí im Oktober 2024 im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens aus der Schweiz durchsucht wurde. Während der Durchsuchung wurden zwei Goldbarren, zwölf Luxusuhren und zahlreiche Schmuckstücke sichergestellt.

Laut den Ermittlungsakten soll der niederländische Finanzier gemeinsam mit Luis Felipe Baca Arbulu – der auf der karibischen Insel Aruba festgenommen wurde – eine mutmaßliche kriminelle Organisation geleitet haben, die sich auf Geldwäsche spezialisiert hatte und mit den Ermittlungen im Fall Plus Ultra in Verbindung steht.

Die gerichtlichen Unterlagen weisen darauf hin, dass Verhoeven gegenüber dem Genfer Staatsanwalt zugab, Eigentümer von drei Gesellschaften zu sein – Allpa Wira Trading UK, Wailea Investment LTD und Valerian Corporation –, über die er Kreditverträge zugunsten von Plus Ultra Líneas Aéreas abgeschlossen haben soll.

Die Kredite an Plus Ultra im Fokus der Ermittlungen

Gemäß dem Dossier ist das Schweizer Unternehmen Allpa Wira Trading AG die Muttergesellschaft der britischen Allpa Wira Trading UK LTD, die als Kreditgeberin von Plus Ultra Líneas Aéreas auftritt. Die Kontenaktivität der Allpa Wira Trading AG stand laut den Ermittlungen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen, die mit dem Handel von Rohstoffen verknüpft waren.

Der Fall Plus Ultra untersucht unter anderem den Ursprung und den Verbleib der Gelder, die mit den an die Fluggesellschaft gewährten Darlehen verbunden sind, sowie die möglichen strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Beschuldigten. Die Freilassung von Verhoeven bedeutet laut dem Gerichtsbeschluss nicht das Ende seines Status als Beschuldigter: Der Richter ist der Ansicht, dass genügend Anhaltspunkte vorliegen, um die Anschuldigungen aufrechtzuerhalten, und legt die Vorsorgemaßnahmen fest, die er während der laufenden Untersuchung einhalten muss.

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