Miquel Font, der Fotograf, der das Alltagsleben von Palma festhielt, ist gestorben.
Als eine der prägendsten Figuren des Schwarzweiß-Dokumentarfilms porträtierte er jahrzehntelang das städtische Leben und anonyme Menschen.
PalmeDer mallorquinische Fotograf Miquel Font ist im Alter von 77 Jahren in Palma gestorben. Er hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis der Schwarzweiß-Dokumentarfotografie, das das visuelle Gedächtnis von Generationen geprägt hat. Nach seiner Ausbildung an der Richter-Elisava-Schule in Barcelona kehrte Font nach Palma zurück, wo er sein Studio gründete und seine gesamte berufliche Laufbahn verbrachte. Sein Werk zeichnete sich durch einen direkten, ehrlichen und menschlichen Blick aus, mit Fokus auf die alltägliche Realität und einem Engagement für das Leben gewöhnlicher Menschen.
Ein Großteil seiner Arbeiten entstand in Schwarzweiß auf Kodak Tri-X-Film. Sein Bekenntnis zu Tiefe und Kontrast spiegelte das urbane Leben scharf und unverfälscht wider – ohne künstliche Mittel oder Nachbearbeitung. Seine dokumentarische Arbeitsweise, die Bildkomposition vor der Aufnahme festzulegen, machte ihn zu einem der angesehensten Fotografen der Balearen. Font richtete seinen Blick auf Menschen und Alltagsräume, insbesondere in Palma, aber auch in Städten wie Havanna und Tel Aviv, wo er Fragmente des urbanen Lebens mit großer Ausdruckskraft einfing.
Im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere stellte er in zahlreichen Kulturzentren Mallorcas aus, darunter im Kulturzentrum Sa Nostra (1989), im Architektenkolleg der Balearen (1989), in der Mediterranean Gallery (2001), im Casal Solleric (2004) und im Hausmuseum Joaquín Torrens. Er arbeitete zudem mit Schriftstellern und Künstlern zusammen. Besonders hervorzuheben ist seine Zusammenarbeit mit Miquel Segura. Kuba/Mallorca. Leidenschaft in Schwarzweiß (1999), das zwei Inselrealitäten anhand von Bildern reflektiert.
Sein Tod ist ein bedeutender Verlust für die Dokumentarfotografie der Balearen und für die visuelle Kultur unserer Heimat. Sein Werk ist ruhig, menschlich und engagiert und hinterlässt ein Archiv, das auch künftige Generationen von Kreativen und Beobachtern des urbanen Lebens inspirieren wird.