Die Verhaftung der Aktivistinnen befeuert den Verkauf von SOS Residents-Plakaten
Die Buchhandlung Quart Creixent hat fast alle Plakate aufgebraucht wegen des Eingreifens der Guardia Civil
Palma"Wir wissen nicht mehr, was wir tun können: Transparente, Widerstand, Demonstrationen... Aber wenn jemand einen Schritt weiter geht, wie zum Beispiel ein Graffiti, wird man in den Medien bloßgestellt und sie kommen zu einem nach Hause, ich weiß nicht, was wir sonst noch tun können". Die Empörung richtet sich an Margalida Castell, Managerin der Buchhandlung Quart Creixent, nach der "Festnahme zweier junger Frauen wegen der Graffiti gegen die touristische Überfüllung" in Santa Maria. Angesichts dieser Situation hat die Buchhandlung die Verteilung der SOS Residents-Plakate verstärkt, die nach dem Eingreifen der Guardia Civil fast vergriffen sind.
"Die Leute wollen ihre Unterstützung wieder zeigen", erklärt Castell. "Wir sind diejenigen, die es schlecht haben, nicht die Immobilienmakler". Der Anstieg der Nachfrage ist besonders bedeutsam, da die Guardia Civil ein SOS Residents-Schild, das eine der Festgenommenen in ihrem Haus hatte, als belastend betrachtet. Die beiden jungen Frauen werden mutmaßlich wegen fortgesetzter Sachbeschädigung, Beschädigung des historischen Erbes und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung untersucht.
Quart Creixent fungiert als Vertriebsstelle für Plakate und Taschen der SOS Residents-Kampagne gemeinnützig, und die Gewinne gehen vollständig an die Gruppe. Obwohl sie bereits zuvor welche verkauft hatten, versichert Castell, dass die Nachfrage in den letzten Tagen stark gestiegen ist.
Die Managerin beklagt auch die Folgen, die die Touristifizierung für das Geschäft hatte. "Im Zentrum von Palma leben keine Einheimischen mehr. Wenn man die Straße entlanggeht, gibt es nur Touristen, und wir haben kein Produkt, das auf Touristen ausgerichtet ist. Das Geschäft hat darunter gelitten", sagt sie. Außerdem glaubt sie, dass viele Anwohner aufgehört haben, ins Zentrum zu fahren, weil sie "nicht parken oder laufen können".
Die Demonstration vom 26. Juli
Persönlich bestätigt Castell seine Teilnahme an der Demonstration „Mallorca am Limit“, die von der Plattform Menys Turisme, Més Vida für den 26. Juli einberufen wurde. Dennoch räumt er ein, dass unter den Buchhändlern eine gewisse Müdigkeit herrscht: „Einige von ihnen sind es ziemlich leid, jeden Sommer durchzuhalten“. Die Verhaftung der beiden jungen Frauen hat den Protest in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt und starke Resonanz in den sozialen Medien und in den Nachrichtenmedien hervorgerufen.