Die Stimme des Experten: Wird Miquel Roldán von der Lehre ausgeschlossen werden können?
Der Professor für Strafrecht an der UIB, Eduard Ramon, spricht über das rechtliche Geflecht, das den Fall des wegen Belästigung eines Minderjährigen verurteilten Lehrers umgibt
PalmaDer Ministerrat hat die Reform des Gesetzes zum umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt (Lopivi) gebilligt, um unter anderem zu verhindern, dass verurteilte Lehrkräfte wegen Straftaten im Zusammenhang mit Minderjährigen unterrichten dürfen. Diese Entscheidung hat aufgrund des Falls von Miquel Roldán, einem wegen Belästigung eines ehemaligen Schülers zu einem Jahr Gefängnis verurteilten Fachmann, der nach seiner Wiederaufnahme seiner Tätigkeit die Familien der CEIP Son Pisà und CEIP Maria Antònia Salvà dazu veranlasste, dagegen zu streiken, dass er sich in einem Klassenzimmer mit Kindern aufhält, auf den Balearen besondere Resonanz gefunden. Doch wird diese Gesetzesänderung ihn wirklich betreffen?
Wir sprechen mit dem Professor für Strafrecht der UIB, Eduard Ramon, der dies aus juristischer Sicht analysiert. „Die Idee ist, dass jede Reform, die nach dem Zeitpunkt der Taten erfolgt und für die Person nachteilig ist, nicht angewendet werden kann. Wenn sie jedoch vorteilhaft ist, kann sie rückwirkende Wirkung haben", erklärt er und erinnert an einen der Grundprinzipien des Strafrechts.
Verfassungsrecht
Die spanische Verfassung legt genau fest, dass ungünstige Gesetze nicht rückwirkend angewendet werden dürfen, obwohl es je nach Art der Norm und dem konkreten Kontext Ausnahmen und Nuancen gibt. „Wenn die vorgenommene Änderung nicht streng ein Strafgesetz ist und beispielsweise als Voraussetzung für den Zugang zur Lehre festgelegt wird, keine Vorstrafen zu haben, kann dies anders analysiert werden. Es gibt viele Nuancen, weil das Recht so funktioniert“, versichert der Jurist.
Nun betont der Experte, dass die genaue Ausgestaltung der Norm erst vollständig beurteilt werden kann, wenn der endgültige Text veröffentlicht ist und untersucht werden kann, wie er in jedem Einzelfall angewendet wird. Alles, was jetzt getan werden kann, sind bloße Interpretationen.