Marta Barceló (Laut ihrer Schwester Maria Barceló): „Sie weinte, als sie in den dritten Stock kam, und wollte dann Akrobatik machen.“
Maria Barceló, die Schwester des Dramatikers, verrät uns die bestgehüteten Geheimnisse ihrer Kindheit.
PalmeAls Jüngste in der Familie war es ihr vorherbestimmt, die Kleidung ihrer Schwestern zu erben. Das frustrierte sie ein wenig; alle wollten etwas Neues tragen, und sie konnte es nicht: „Um sie glücklich zu machen, nahm Mama sie mit, um nur für sie Schuhe zu kaufen: Sie wählte rote Schuhe mit Nieten im sevillanischen Stil. Sie war klein, aber so entschlossen, dass weder Mama noch die Verkäuferin im Laden sie unterschätzen konnten.“ Diese Entschlossenheit ist eine der Eigenschaften, die sie an ihrer Schwester am meisten hervorhebt, die sie eher als schüchterne und ruhige Puppe beschreibt.
María hat einen Zwillingsbruder namens Alfonso, und zwischen ihnen und Marta steht Esther. Sie lebten in einem Haus an der Plaza de Quadrado in Palma, und ihre Cousins wohnten im selben Haus: Es herrschte eine familiäre Atmosphäre. Sie verbrachten Stunden damit, gemeinsam Fernsehserien der damaligen Zeit anzusehen, wie zum Beispiel Galaktisch, Battlestar Und V, die mythische Geschichte der Außerirdischen; auch Charlie's AngelsDie Musik, die sie hörten, stammte von ihrem Vater, einem Liebhaber klassischer Musik und Oper, aber – ganz im Sinne eines Sozialisten – auch lateinamerikanischer „Guerilla“-Lieder. So wuchsen sie mit Quilapayún, América Joven und Víctor Jara auf, die sich mit Michael Jackson, Parchís und Mecano vermischten. Die drei Schwestern sangen samstagmorgens im Kirchenchor. María bemerkt plötzlich: „Marta singt wirklich gut.“ Ob diese kreative Ader, die in Marta seit ihrer Kindheit schlummert, vererbt ist, weiß man nicht genau, aber vielleicht ist da etwas Wahres dran: „Eine Patentante hatte einen Bruder, der Oper sang, und es hieß, er habe an der Mailänder Scala gesungen, aber wir wissen es nicht sicher.“
Die ältere Schwester erklärt, dass Marta schon in sehr jungen Jahren mit dem Schreiben begann, ein Interesse, das wohl durch das Lesen angeregt wurde, ein Hobby, das alle Geschwister teilten, dem Beispiel ihrer Eltern und insbesondere ihrer Mutter folgend, die Lehrerin war: Die FünfDie PUC-Sammlung… Jedes Wochenende, wenn die Geschwister ihr Taschengeld bekamen, kaufte eines der Kinder das neueste Buch aus diesen Sammlungen. Sie nutzten die Zeit auch, um zu Cal Che zu gehen und Süßigkeiten zu kaufen, einem Ort, der heute ein Gemeindezentrum im Viertel ist.
María glaubt, dass Marta unter anderem deshalb in ihren Werken „alle möglichen Menschen so gut darstellen“ konnte, weil zu Hause die Türen immer offen standen (sowohl in Palma als auch in Cala Millor und Alcúdia, wo ihre Taufpatinnen lebten): „Ihre Mutter war sehr gesellig, und wir hatten ständig Besuch. Kasparow zum Beispiel, weil sein Vertreter in Spanien ein Freund meines Vaters war. Es war unglaublich“, erinnert sich María.
Sie erinnert sich auch, dass Marta nie wusste, was sie antworten sollte, wenn sie gefragt wurde, was sie später einmal werden wollte. Ihre Entdeckung des Theaters machte sie am Guillem-Sagrera-Gymnasium dank eines Wahlfachs bei Joan Lacomba. Dieses Thema hat sie nachhaltig geprägt. „Als sie sagte, sie wolle Theater in Barcelona studieren, war ihre Mutter entsetzt: ‚Du wirst verhungern, willst du nicht noch einmal darüber nachdenken?‘ Aber Marta hatte sich bereits entschieden“, erklärt ihre ältere Schwester. Die Familie war auch überrascht, als sie mit Zirkusnummern und Akrobatik anfing. „Wir waren total geschockt, weil sie so faul war … Als Kind weigerte sie sich, in unsere Wohnung im dritten Stock hochzugehen und blieb stattdessen unten an der Treppe grübelnd stehen!“ María sagt, Marta habe eine „außergewöhnliche Sensibilität“: „Sie ist sehr fürsorglich und immer hilfsbereit. Sie ist zielstrebig, hat viele Ideen und erreicht meistens, was sie sich vornimmt.“ Sie ist Autodidaktin, begegnet Problemen mit Würde und weiß, wie man Verantwortung übernimmt. Sie hebt auch Martas Überraschungspotenzial hervor: „Als sie Sabrina adoptierte, entdeckten wir eine außergewöhnliche Mutter, und niemand hatte geahnt, dass sie diesen mütterlichen Instinkt besaß.“ Vor allem aber, sagt María, „ist sie eine großartige Schwester.“