Ses Fontanelles beherbergt die größte jemals im Mittelmeerraum dokumentierte Sammlung von Amphoren mit römischen Beschriftungen.

Das 2019 am Strand von Palma entdeckte römische Schiff enthielt 320 Amphoren, von denen 84 bemalte Inschriften aufwiesen, die es uns ermöglichen, den Seehandel und die Verteilung von Produkten im Mittelmeerraum während des 4. Jahrhunderts zu rekonstruieren.

Funde des Schiffswracks
ARA Balears
16/03/2026
2 min

PalmeDas 2019 im Gebiet Ses Fontanelles bei Playa de Palma entdeckte römische Schiffswrack hat einen der außergewöhnlichsten archäologischen Funde der letzten Jahre im Mittelmeerraum zutage gefördert. Untersuchungen bestätigten, dass das Schiff aus dem 4. Jahrhundert die größte bekannte Ladung Amphoren mit bemalten Inschriften, die sogenannten Amphoren, transportierte. titule pictiDas Schiff wurde zufällig von einem Schwimmer in der Nähe entdeckt, nur 65 Meter vom Ufer entfernt und in zwei Metern Tiefe – eine überraschend nahe Lage zu einem der beliebtesten Touristenziele Mallorcas. Die Fundstelle hat sich jedoch bis heute in einem außergewöhnlich guten Zustand erhalten, wie eine wahre Zeitkapsel. Archäologischen Untersuchungen zufolge enthielt der etwa 12 Meter lange und 5 Meter breite Schiffsraum 320 Amphoren, die auf zwei Ebenen angeordnet waren und fast den gesamten Laderaum einnahmen. Das Schiff war vermutlich von Carthago Spartaria, dem heutigen Cartagena, ausgelaufen und transportierte typische Produkte des herbstlichen Mittelmeerhandels: Fischsaucen, Öl und Wein aus Südostspanien.

Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen ist die Inschrift auf 84 Amphoren, etwa 26 % der Gesamtmenge – ein außergewöhnlich hoher Anteil für eine Unterwasserfundstelle. Diese mit schwarzer Tinte gemalten Inschriften geben Auskunft über den Inhalt der Behälter, ihr Gewicht und in einigen Fällen über die Namen der Händler, die für die Waren verantwortlich waren.

Die Inschriften erwähnen Produkte, die damals hoch geschätzt wurden, wie zum Beispiel Licuaminos Floseine ausgewählte Garum-Sorte sowie verschiedene Ölsorten, einschließlich derOleum virideVergleichbar mit modernem nativem Olivenöl extra.

Die Namen zweier Kaufleute, Alumnio und Ausonio, erscheinen auf einem Teil der Ladung und deuten auf ein komplexes Handelsnetzwerk hin, an dem wahrscheinlich Freigelassene aus einflussreichen römischen Familien, möglicherweise verwandt mit der flavischen Familie, beteiligt waren.

Die Untersuchung wird nun mit der Bergung der Schiffsreste fortgesetzt. Dieser Schritt wird ein tieferes Verständnis der Schiffsarchitektur und des Seehandels im spätrömischen Mittelmeerraum ermöglichen.

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