Experten warnen davor, dass der Ausbau der Flughäfen auf den Balearen die Wohnungskrise verschärfen wird.
Die Plattform gegen die Expansion warnt davor, dass die neuen Pläne von Aena den Touristendruck erhöhen und die Immobilienpreise auf den Balearen in die Höhe treiben werden.
PalmeDie Plattform gegen Flughafenausbau warnt davor, dass der Ausbau der Flughäfen auf den Balearen die Wohnungsnot und den Übertourismus des Archipels verschärfen könnte. In einer Erklärung äußern die der Plattform angehörenden Organisationen – darunter die GOB (Balearische Ornithologische Gruppe) – „ernsthafte soziale Bedenken“ hinsichtlich der Flughafenpolitik von Aena, die ihrer Ansicht nach sowohl von der spanischen als auch von der balearischen Regierung gebilligt wird. Die Aktivisten weisen darauf hin, dass der Dora-II-Plan (2019–2025) die Anlagen bereits erweitert hat, indem er zusätzliche Fußgängerwege schuf, die Terminals A und D in Palma verbreiterte und die Parkkapazität erhöhte. Sie warnen jedoch, dass der geplante Dora-III-Plan (2027–2031) „eine tickende Zeitbombe“ sei: Er sieht vor, Palma 600 Millionen Euro als Teil eines 13 Milliarden Euro schweren Pakets für das gesamte Land zuzuweisen. Der Plan sieht außerdem Investitionen in Höhe von 229,7 Millionen Euro für den Flughafen Ibiza und 170,7 Millionen Euro für den Flughafen Menorca vor. Laut der Plattform soll damit ein Modell gefestigt werden, das auf dem stetigen Besucheranstieg basiert. Die Zunahme des Flugverkehrs und die Eröffnung neuer Strecken haben laut der Plattform direkte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. „Dies hat ausländische Investoren zum Kauf von Immobilien angeregt“, so die Plattform. Als Beispiel wird der Direktflug zwischen Palma und New York genannt, der – so die Behauptung – einen Anstieg der Verkäufe von Luxusimmobilien auf Mallorca um 300 % ausgelöst hat. Angesichts dieser Situation schlägt die Plattform vor, die Anzahl der Flüge und Passagiere zu begrenzen, neue Strecken zu verhindern, Nachtflüge einzustellen und Privatjets zu verbieten. Zudem fordert sie ein Ende der Tourismusförderung, die Abschaffung der Subventionen für Flugbenzin und eine Reduzierung der Flughafenüberlastung. Die Organisationen kommen zu dem Schluss, dass der Archipel ohne Kurswechsel aufgrund steigender Wohnkosten und des zunehmenden Tourismusdrucks verstärkte soziale Spannungen erleben wird.