Protest gegen die Zwangsräumung des ehemaligen Gefängnisses von Palma vor dem Rathaus: „Obdachlosigkeit verschwindet dadurch nicht“
Etwa fünfzig Menschen versammeln sich in Palma, um den Mangel an Wohnungsalternativen für die 80 geräumten Bewohner anzuprangern
PalmaEtwa fünfzig Menschen haben sich an diesem Freitag auf der Plaça de Cort in Palma versammelt, um gegen die Räumung der letzten 80 Bewohner des alten Gefängnisses zu protestieren und davor zu warnen, dass diese Aktion die Obdachlosigkeit in der Stadt „nicht verschwinden lassen wird“.
Die Teilnehmer zeigten Transparente mit Slogans wie 'Menschen ohne Zuhause und Häuser ohne Menschen' und riefen Parolen gegen Immobilienspekulation und die Kriminalisierung von Armut. Sie forderten auch 'Klassenunion' angesichts von Rassismus und Wohnungsausschlusspolitik.
Der Sprecher des Wohnungsverbandes von Palma, Miquel Durán, prangerte eine "Massenräumung" an und versicherte, dass der Prozess "unter Zwang" und ohne wirkliche Wohnungsalternativen für die Mehrheit der Betroffenen durchgeführt worden sei. Er sagte, dass viele der Bewohner sich in einer unregelmäßigen administrativen Situation befänden und ihnen nur in einigen Fällen sehr begrenzte vorübergehende Aufenthalte in Notunterkünften angeboten worden seien.
Durán kritisierte auch den während des Prozesses eingesetzten Polizeiapparat und erklärte, dass ein Teil der geräumten Personen in Brachland oder versteckten Orten der Stadt gelandet sei.
Die Sprecherin der Sozialistischen Jugendorganisation von Mallorca, Emma Crespí, prangerte ihrerseits an, dass es in Palma Tausende von leeren Wohnungen gibt, während die Zahl der Obdachlosen steigt, und forderte, dass diese Immobilien zur Bewältigung der Wohnkrise aktiviert werden.
Bei der Verlesung des Manifests ordneten die Organisatoren die Räumung in die „strukturelle Wohnkrise“ ein und kritisierten die institutionelle Reaktion, die ihrer Meinung nach darauf abzielt, das Problem zu „unsichtbar zu machen“, anstatt es zu lösen.