Mitglieder eines Clans wurden in Palma wegen versuchten Mordes an einem anderen Clan zu bis zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Angeklagten erzielten am Dienstag eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft, die ursprünglich für jeden von ihnen eine 50-jährige Haftstrafe gefordert hatte.
PalmeInsgesamt sieben Mitglieder des sogenannten „Sheriff“-Clans wurden am Dienstag zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und fünfeinhalb Jahren verurteilt, weil sie Mitglieder eines anderen Clans, der „Peludos“, in deren Haus angegriffen und versucht hatten, einige von ihnen zu töten. Die Angeklagten hatten am Dienstag eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft getroffen, die ursprünglich für jeden von ihnen 50 Jahre Haft wegen versuchten Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Bedrohung gefordert hatte. Letztendlich wurden nur zwei der Angeklagten wegen versuchten Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Bedrohung verurteilt und erhielten Haftstrafen von fünfeinhalb Jahren.
Die übrigen Angeklagten akzeptierten Haftstrafen zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren wegen Bedrohung, einer von ihnen erhielt zusätzlich ein Jahr Haft wegen illegalen Waffenbesitzes. Die Staatsanwaltschaft merkte an, dass die Verurteilten ihre zivilrechtlichen Verpflichtungen vor Prozessbeginn beglichen hatten. Die Ereignisse datieren vom 18. Mai 2021 in Palma, als sieben Mitglieder des „Sheriff“-Clans und eine weitere, unbekannte Person zum Haus eines rivalisierenden Clans fuhren, um eine alte Rechnung zu begleichen. Die Angeklagten, die drei Schusswaffen und ein Messer bei sich trugen, trafen mit einem Lieferwagen vor dem Haus ein und sahen dort mehrere Mitglieder des Peludos-Clans aus einem Auto steigen und schnell in ihr Haus gehen. Die nun Verurteilten verfolgten sie und feuerten drei Schüsse auf die Hausfassade ab, wobei eine Fensterscheibe zerbrach. Unter den Personen im Haus befanden sich ein sieben Monate altes Baby und drei weitere Minderjährige.
Einer der Schüsse verfehlte das Baby nur knapp, verletzte aber niemanden. Die Angeklagten feuerten anschließend zwei weitere Male auf eine Holztür und verletzten dabei ein Mitglied des Peludos-Clans am Rücken. Zwei der Verurteilten drangen in das Haus ein und bedrohten den Patriarchen des rivalisierenden Clans mit dem Tod. Konkret drohten sie, Mallorca zu verlassen, andernfalls würden sie sie töten.