Mallorcas territorialer Kampf: Zwischen 2021 und 2024 werden wöchentlich fünf neue Villen in ländlichen Gebieten gebaut.
Terraferida nimmt seine Aktivitäten mit einer Tour durch Dörfer wieder auf, um ein Moratorium für die Bebauung nicht urbanisierbarer Flächen zu fordern.
PalmeFünf neu gebaute Landhäuser pro Woche zwischen 2021 und 2024: Dies ist eine der Zahlen, die die territoriale Zerstörung Mallorcas verdeutlichen und die Terraferida am Donnerstag veröffentlichte. Die Organisation hat ihre Aktivitäten wieder aufgenommen und plant, durch Städte auf Mallorca zu touren, um die Öffentlichkeit für die Ernsthaftigkeit der Lage zu sensibilisieren. Derzeit werden keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, da die Urbanisierung zwar unkontrolliert, aber zerstörerischer denn je voranschreitet.
Terraferida hat die Studie abgeschlossen. Inventar der Verwüstungen auf Mallorca 2015-2024Dort wurden die jüngsten Urbanisierungsprozesse klassifiziert und quantifiziert. Der analysierte Zeitraum erstreckt sich von 2021 bis 2024, und die Bewertung ist wenig optimistisch: In diesen drei Jahren wurden auf Mallorca 546 Hektar landwirtschaftliche Nutz- und Waldflächen bebaut, die größtenteils für 846 Villen zu Wohn- und Tourismuszwecken genutzt wurden (57 % von insgesamt 2.024). „Stark, schnell, wirkungsvoll und weit verbreitet“: So beschrieb der Terraferida-Aktivist Jaume Adrover die Urbanisierung ländlicher Gebiete auf Mallorca. Er hob außerdem hervor, dass 80 % des Inselgebiets nicht unter Naturschutz stehen und nur 15 % als ANEI (Gebiet von besonderem Naturinteresse) ausgewiesen sind.
Zwischen 2015 und 2024 wurden 1.391 Hektar Land gerodet (davon 546 Hektar zwischen 2021 und 2024), eine Fläche, die der gesamten Gemeinde Costitx (nicht nur dem Ortskern) entspricht. „Die Zerstörung erfolgte fast unmerklich“, bemerkte Mateu Vic, Vertreter von Terraferida. Von der Gesamtfläche waren 806 Hektar für Wohn- und Tourismuszwecke vorgesehen; 250 Hektar für Photovoltaikanlagen; 133 Hektar für Einrichtungen wie Schießstände, Polofelder und Reitzentren; 85 Hektar für Straßeninfrastruktur und Parkplätze; und der Rest für Steinbrüche, Handel, Industrie, Dienstleistungen und Lagerhallen sowie andere Nutzungen.
In Foravila werden keine freistehenden Häuser mehr wie in den 90er-Jahren gebaut; stattdessen entstehen große Luxusvillen mit weitläufigen Swimmingpools, manche sogar mit eigenem Golfplatz. Auch die zunehmende Zahl von Polofeldern und Reitanlagen gibt Anlass zur Sorge. Terraferida wird Fälle von Villen mit Golfplätzen der Agentur für den Schutz des Territoriums melden – Aktivisten bezweifeln zudem, ob die Generaldirektion für Wasserressourcen der Regierung überhaupt von deren Existenz weiß. Adrover und Vic heben hervor, dass die von progressiven Parteien unter dem Präsidenten des Consell de Mallorca, Miquel Ensenyat (MÁS per Mallorca), errichtete Autobahn Llucmajor-Campos einen Bauboom in den umliegenden Ortschaften ausgelöst hat. Campos führt sogar die Liste der neu gebauten Villen in ländlichen Gebieten zwischen 2021 und 2024 an.
„Außerhalb des Dorfes wird es zu einer Wohnsiedlung“, kritisierte Mateu Vic. Auch Jaume Adrover hob die Folgen der Urbanisierung ländlicher Gebiete für Mobilität, Wasserverbrauch, Ernteausfälle und die Ernährungssicherheit hervor. Beide waren sich einig, dass ein gesellschaftlicher Konsens zum Schutz ländlicher Gebiete erforderlich ist, die derzeit zu Luxusimmobilien verkommen, ohne die Wohnungsnot auf Mallorca und den übrigen Balearen zu berücksichtigen. Die Aktivisten erinnerten daran, dass zwischen 2015 und 2023 3.000 Baugenehmigungen für Villen in ländlichen Gebieten erteilt wurden und noch immer 1.000 Projekte in Bearbeitung sind – eine Situation, die die Landnutzung im ländlichen Raum weiter verschärfen könnte. Angesichts dieser Lage fordert Terraferida ein sofortiges Moratorium für Wohnbauprojekte in ländlichen Gebieten und den Schutz ländlicher Flächen sowie einen neuen Inselentwicklungsplan (Island Territorial Plan, ITF), der die landwirtschaftliche, natürliche und pädagogische Nutzung priorisiert. Ein auf sozialen Kriterien basierender Wohnungsbausanierungsplan in den historischen Stadtkernen Mallorcas, der bei Bedarf neue Arbeitsplätze schaffen soll, sowie eine deutliche Stärkung der Kontrollen von Ferienwohnungen und der Territorialverteidigungsbehörde zur Bekämpfung illegaler Bauten.