Stadtplanung

Formentor veröffentlicht städtebaulichen Fahrplan zum Schutz der Küste und zur Eindämmung des Immobiliendrucks

Der Gemeinderat von Pollença erteilt der Planänderung, die Grünflächen erweitert, Wohnraum erhält und Neubauten an der Küste verbietet, seine grundsätzliche Zustimmung.

Der geänderte Stadtplan für Formentor war seit 1990 in Kraft.
ARA Balears
29/01/2026
3 min

Die Halbinsel Formentor tritt in eine neue Phase der Stadtentwicklung ein. Der Stadtrat von Pollença gab am Donnerstag seine vorläufige Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplans. Das umfangreiche und komplexe Dokument wird den seit 1990 geltenden Plan ersetzen und stellt laut Bürgermeister Martí March „eine der bedeutendsten Errungenschaften der laufenden Legislaturperiode im Bereich der Stadtplanung“ dar. Mit dieser vorläufigen Zustimmung beginnt nun eine 45-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen. Zuvor hatte der Stadtrat im Januar die erforderlichen Unterlagen eingereicht: die geänderten Bebauungsrichtlinien, die Umweltverträglichkeitsprüfung und den neuen Flächennutzungsplan für Formentor. March argumentierte, der neue Plan reagiere auf einen dringenden Aktualisierungsbedarf. „Wir sprechen hier von einem völlig veralteten, 35 Jahre alten Plan. Es war unerlässlich, ein Dokument zu erstellen, das den heutigen Anforderungen gerecht wird und zukunftsorientiert ist“, erklärte er. Der Bürgermeister räumte auch die Schwierigkeiten des Prozesses ein: „Es war harte Arbeit in kurzer Zeit, alles mit dem Ziel, eine vorläufige und endgültige Zustimmung mit größtmöglicher Zustimmung zu erreichen.“ Dieser Konsens, so erklärte er, sei durch Treffen mit kommunalen Gruppen, Villen- und Grundstücksbesitzervereinigungen in Formentor, Einzelbesitzern, dem Immobilienmaklerbüro Formentor und der GOB (Balearischen Ornithologischen Gesellschaft) erzielt worden. „Es bestand ein klares Bekenntnis zur größtmöglichen Beteiligung“, betonte March und bekräftigte, dass das oberste Ziel ein langfristig tragfähiger Plan sei. Dabei gehe es um den Schutz der Küste und die Schaffung weiterer Grünflächen.

Eine der zentralen Säulen des neuen Dokuments ist der Schutz der Küste. Der Plan sieht vor, die erste Küstenlinie frei von Gebäuden zu halten, um Neubauten zu verhindern, die das Landschaftsbild beeinträchtigen und stören würden. Dieser Ansatz folgt dem vor einem Jahr vom Gemeinderat beschlossenen Baustopp, der die Vergabe neuer Baugenehmigungen in Formentor aussetzte, während der neue Rechtsrahmen erarbeitet wurde. „Formentor ist ein Juwel, das alle Einwohner von Pollença als solches erkennen“, sagte der Bürgermeister und betonte die Notwendigkeit, das Erscheinungsbild und die natürlichen Werte des Ortes zu bewahren. Der neue Plan stärkt den öffentlichen Charakter des Gebiets und vergrößert die Grünflächen deutlich, von rund 37.000 auf fast 45.000 Quadratmeter. Er zielt außerdem darauf ab, den bestehenden Baumbestand zu erhalten und die Struktur der öffentlichen Räume zu verbessern. Gleichzeitig wird die für die Bebauung vorgesehene Fläche reduziert: von den ursprünglich geplanten 81.000 Quadratmetern auf 60.000 Quadratmeter. Das Dokument zielt außerdem darauf ab, den Immobiliendruck zu verringern, Nebengebäude abzuschaffen und die aktuelle Anzahl an Häusern ohne Erhöhung des Wohnungsbestands zu erhalten.

Dieser Ansatz bedeutet, dass die Möglichkeit, neue Gebäude an der Küste zu errichten, deutlich eingeschränkt wird, obwohl auf bestimmten Grundstücken weiterhin anerkannte städtebauliche Entwicklungsrechte bestehen. Dies wirkt sich unmittelbar auf großflächige Villenprojekte aus, die zuvor möglich waren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Absicht, Hochhäuser zu vermeiden und durch strengere ästhetische Kriterien die landschaftliche Integration von Bauwerken zu gewährleisten. In der Hotelzone bleibt die maximal zulässige Bebauungsfläche in Quadratmetern gleich, unterliegt jedoch strengeren Integrationsvorgaben.

Von den Eigentümern zu erbringende Dienstleistungen.

Der Plan sieht außerdem vor, dass Grundstückseigentümer die neue Versorgungsinfrastruktur innerhalb von sechs Jahren finanzieren müssen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass jede Stadtentwicklung mit der notwendigen Infrastruktur einhergeht, ohne die öffentlichen Kassen zu belasten. Martí March fasste den Kern des Dokuments zusammen und erklärte, man hoffe, „ein Formentor für zukünftige Generationen“ gestaltet zu haben, basierend auf dem Bekenntnis zu städtebaulicher, sozialer und ökologischer Verantwortung. Der Stadtplanungskoordinator Tomeu Antich hob die Komplexität der städtischen Flächennutzung und die Notwendigkeit hervor, bestehende Rechte mit neuen Umweltauflagen in Einklang zu bringen. Antich erklärte, die Änderung ziele darauf ab, Rechtssicherheit zu schaffen und gleichzeitig Nachhaltigkeits- und Landschaftsschutzkriterien als Leitprinzipien einzuführen. Die erste Genehmigung des Plans erfolgte nach einer Phase, die von städtebaulichen Verfahren, Sanktionen und Kontroversen in der Region geprägt war, insbesondere im Zusammenhang mit nicht genehmigten Bauvorhaben und Projekten mit großen Auswirkungen. Dieser Kontext hat die Wahrnehmung bestärkt, dass Formentor einen klareren und restriktiveren Rechtsrahmen benötigt. Der Prozess tritt nun in eine entscheidende Phase ein: die öffentliche Anhörung und die Einreichung von Stellungnahmen vor der vorläufigen und endgültigen Genehmigung. Wenn der geplante Zeitplan eingehalten wird, wird Formentor zum ersten Mal seit Jahrzehnten über einen aktualisierten Plan verfügen, der klare Grenzen für das Wachstum setzt und den Schutz der Küste und der Landschaft in den Mittelpunkt der städtebaulichen Entscheidungen stellt.

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