Die Einwohner von Sant Jordi gewinnen: Das Verteidigungsministerium wird das Pulvermagazin in Son Sant Joan nicht bauen.
Aus staatlichen Quellen wird bestätigt, dass das Projekt nach heftiger Kritik von Anwohnern und Politikern endgültig auf Eis gelegt wird.
Nach monatelangen heftigen Kontroversen, die Bürger, Institutionen und pazifistische Gruppen dazu veranlassten, Erklärungen und Alternativen zu fordern, hat das Verteidigungsministerium schließlich nachgegeben und die Pläne zum Bau eines großen Munitionsdepots auf dem Luftwaffenstützpunkt Son Sant Joan (Palma) zurückgezogen. Das Projekt hatte die Bewohner von Sant Jordi alarmiert. Laut Quellen aus dem Umfeld der Luftwaffe und des Ministeriums wurde die ursprüngliche Idee, die Anlage mit einer Munitionslagerkapazität von 75.000 kg für Material wie Bomben und Raketen auszustatten, verworfen. Stattdessen werden nun andere Standorte außerhalb des Stützpunkts geprüft. Das Projekt – das bereits vergeben und in einen Plan zur Modernisierung der spanischen Militärlogistik integriert worden war – stieß insbesondere bei den Bewohnern von Casa Blanca und Sant Jordi auf erheblichen Widerstand. Grund dafür war die Nähe zu städtischen Gebieten und dem zivilen Flughafen Palma, dem drittgrößten Flughafen Spaniens im Passagierverkehr. Eine intensive politische und institutionelle Debatte
Die Kontroverse entbrannte, als sowohl die Regierung der Balearen als auch der Stadtrat von Palma beklagten, nicht im Voraus über das Projekt informiert worden zu sein. Sie prangerten mangelnde institutionelle Transparenz und „Illoyalität“ bei Entscheidungen an, die die Sicherheit und den öffentlichen Raum Mallorcas unmittelbar betrafen. Parteien wie MÁS per Mallorca forderten die Einstellung der Bauarbeiten mit der Begründung, die Anlage stelle ein inakzeptables Risiko für die Öffentlichkeit dar und Mallorca könne nicht ohne offene und partizipative Debatte zu einer „Militärbasis“ werden. Die Regierung der Balearen räumte ein, erst durch die Presse von dem Projekt erfahren zu haben. Die Tatsache, dass es sich um eine militärische Anlage handelte und diese auf einem Flughafengelände geplant war, erlaubte es dem Staat, die Verfahren einzuleiten, ohne die lokalen und regionalen Behörden zu informieren – ein Vorgehen, das von linken Parteien und Anwohnern scharf kritisiert wurde. Friedliche Stimmen und Bürgermobilisierung in Palma
Parallel zum politischen Druck organisierte die Zivilgesellschaft Diskussionen und Veranstaltungen, um die Auswirkungen des Projekts zu erörtern. Anwohner hatten ihre Bedenken bereits gegenüber der Regierung, dem Stadtrat und staatlichen Institutionen geäußert. Die Friedensplattform hatte wiederholt erklärt, dass „die Militarisierung des öffentlichen Raums und die Folgen der Errichtung von Waffeninfrastruktur in der Nähe von Wohngebieten“ inakzeptabel seien. Diese Stimmen unterstrichen Mallorcas starke pazifistische Tradition.
Eine unerwartete Wendung der Ereignisse und die Zukunft des Projekts
Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte schließlich bereits die Möglichkeit offengelassen, dass die Arbeiten aufgrund heftiger gesellschaftlicher und politischer Reaktionen gar nicht erst beginnen würden. Und so geschah es: Das Verteidigungsministerium beschloss heute, das Projekt Son Sant Joan zurückzuziehen und andere Standorte, möglicherweise außerhalb Mallorcas, für diese Art von Infrastruktur zu prüfen.