Asche unter Bäumen bestatten: Der Vorschlag, der den Friedhof von Palma verändern wird
Das von der städtischen Bestattungsgesellschaft initiierte Projekt wird ein Gebiet in Son Valentí in eine Grünfläche verwandeln, auf der die Asche Bäume nähren wird.
PalmeDas städtische Bestattungsunternehmen (EFM) hat das Projekt „Wald des Lebens“ ins Leben gerufen. Diese Initiative wird einen Teil des Friedhofs in einen neuen Ort der Erinnerung, der Natur und der Nachhaltigkeit verwandeln. Dies wurde am Dienstag auf einer Pressekonferenz von der Präsidentin des EFM und Stadträtin für Infrastruktur, Barrierefreiheit und Gewerbegebiete, Belén Soto, in Begleitung des Geschäftsführers des städtischen Unternehmens, Carlos Martínez de Tejada, vorgestellt. Das Projekt verfügt über ein Budget von rund 523.000 Euro. Laut der stellvertretenden Bürgermeisterin verfolgt das Projekt, das bereits alle erforderlichen Genehmigungen der Stadtplanungs- und Umweltbehörden erhalten hat, einen doppelten sozialen und ökologischen Ansatz. „Zum einen ermöglicht es uns, den CO₂-Fußabdruck von Bestattungen durch Baumpflanzungen zu reduzieren und auszugleichen. Zum anderen bietet es eine neue Perspektive auf Gedenkstätten, indem es die Erinnerung an die Verstorbenen in eine lebendige, natürliche Umgebung integriert, die die Natur respektiert“, betonte Soto.
Der „Wald des Lebens“ entsteht auf einem 1,17 Hektar großen Grundstück rund um das Bestattungsinstitut Son Valentí, zwischen dem Ring und dem Bach Riera. Diese strategische Lage stärkt Palmas Grünflächen und erweitert den städtischen Wald. Das Projekt sieht die Schaffung eines Waldes aus an das mediterrane Klima angepassten Baumarten vor. Ein nachhaltiges System zur Beisetzung der Asche wird implementiert, wobei diese an den Baumwurzeln platziert wird.
Terrakotta-Container
Die Methode besteht darin, einen Terrakottabehälter neben dem Baum zu vergraben. Die nach einem speziellen Protokoll aufbereitete Asche des Verstorbenen wird zuvor hineingegeben. Angehörige können Wasser in den Behälter gießen, wodurch die Bestandteile der Asche nach und nach freigesetzt und von den Baumwurzeln als Nährstoffe aufgenommen werden. „Dieses System, das seit über 4.000 Jahren als langsame und gezielte Bewässerungsmethode eingesetzt wird, zeichnet sich durch seine hohe Wassereffizienz aus, da der Behälter das Wasser bedarfsgerecht abgibt“, betonte Belén Soto. Jeder Baum erhält eine individuelle Kennzeichnung, damit Familienmitglieder und Angehörige die Gedenkstätte in einer sorgsam gepflegten, naturnahen Umgebung finden können, die das Ökosystem respektiert. Informationstafeln weisen den Besuchern den Weg und stellen sicher, dass alle Aktivitäten im Gedenkbereich die Bäume und die Umgebung schonen.
Der „Wald des Lebens“ wurde mit einem klaren Umweltziel geschaffen. Zu seinen Hauptzielen gehören die Berechnung und Kompensation des CO₂-Fußabdrucks von Bestattungsdienstleistungen im Einklang mit Palmas Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klimaschutz, die Schaffung öffentlicher Klimaschutzräume, die Förderung von Initiativen der Kreislaufwirtschaft und die Stärkung des Umweltbewusstseins der Bürgerinnen und Bürger, unter anderem durch Bildungsangebote in diesem Bereich. Geplant ist die Pflanzung von über 300 Bäumen, die wesentlich zur CO₂-Bindung und zur Verbesserung des Stadtbildes beitragen werden. Das Projekt hat ein Budget von 523.380 € und wird in Phasen umgesetzt. Die erste Phase beginnt mit der Pflanzung der ersten Bäume im Herbst, passend zur Pflanzzeit, und der Anpassung der Wege mit Kies, um den neuen Raum zu gestalten. „Mit dem ‚Wald des Lebens‘ bekräftigen das städtische Bestattungsunternehmen und die Stadt Palma ihr Engagement für Nachhaltigkeit und ein grüneres Stadtmodell und bieten den Bürgerinnen und Bürgern einen innovativen Ort, um ihrer Verstorbenen im Einklang mit der Natur zu gedenken“, so Soto abschließend.