Ein Mallorquiner leitet ein Projekt zum Testen eines neuen Krebsmedikaments

Der Biochemiker Miquel F. Segura Ginard koordiniert PHOENIX, ein europäisches Projekt mit 8,5 Millionen Euro, das zum ersten Mal bei Kindern den experimentellen Wirkstoff Ibrilatazar zur Bekämpfung von Neuroblastomen und anderen aggressiven soliden Tumoren testen wird.

Der Mallorquiner Miquel Segura und seine Partnerin Mª José Pérez
ARA Balears
Akt. vor 25 min
2 min

PalmaDer mallorquinische Biochemiker Miquel F. Segura Ginard leitet ein ehrgeiziges europäisches Projekt, das neue Wege in der Behandlung von Kinderkrebs eröffnen will. Vom Vall d’Hebron Institut de Recerca (VHIR) aus koordiniert Segura PHOENIX, eine Initiative, die mit 8,5 Millionen Euro von der Europäischen Union finanziert wird und die erste pädiatrische klinische Studie mit dem experimentellen Medikament Ibrilatazar vorantreiben wird.

Ziel des Projekts ist es, dieses Medikament bei Kindern und Jugendlichen mit einem rückfälligen oder behandlungsresistenten Neuroblastom sowie bei anderen aggressiven soliden Tumoren zu evaluieren. Jedes Jahr werden in Europa mehr als 6.000 Minderjährige mit dieser Art von Tumoren diagnostiziert, und etwa tausend gelten als Hochrisikofälle mit wenigen oder gar keinen therapeutischen Alternativen.

Das Medikament, bekannt als Ibrilatazar, wurde von dem katalanischen Biotechnologieunternehmen AbilityPharma entwickelt und bisher nur bei Erwachsenen mit Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Gebärmutterkrebs mit guten Ergebnissen hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit getestet. Nun wird erstmals der Sprung zur pädiatrischen Bevölkerung gewagt.

Untersuchungsprozess des neuen Medikaments.

Die für nächstes Jahr geplante Studie wird rund fünfzig Patienten im Alter von 6 Monaten bis 18 Jahren ohne andere therapeutische Optionen umfassen. Die Behandlung wird mit Chemotherapie oder Immuntherapie kombiniert, um zu prüfen, ob sie deren Wirkung verstärken kann, ohne die Toxizität zu erhöhen, was in der Kinderonkologie eine große Sorge darstellt.

Segura hebt hervor, dass dieser Schritt das Ergebnis langjähriger Forschung im Labor ist. Sein Team hat an der Untersuchung des Wirkungsmechanismus des Medikaments mitgewirkt, das durch Induktion von Autophagie und Förderung des selektiven Zelltods von Tumorzellen wirkt, während es die gesunden Zellen schont und so die Nebenwirkungen im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie reduziert.

Das PHOENIX-Projekt bringt 13 Institutionen aus 6 europäischen Ländern zusammen und stellt das VHIR und das Forscherteam von den Balearen in den Mittelpunkt einer wegweisenden Initiative, um wirksamere und weniger aggressive Behandlungen gegen Krebs bei Kindern zu finden. Eine Initiative, die für viele Familien eine neue Hoffnung darstellen kann.

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