Die UOB warnt davor, dass die einheitliche Schulzone auf Mallorca Elitarismus und Schulsegregation fördern könnte.

Das Bildungsministerium möchte in den meisten Gemeinden eine einzige Schulzone einführen, mit Ausnahme von Calvià und Felanitx, wo es weiterhin mehrere Zonen geben wird.

Karte der Schulbezirke in Palma
ARA Balears
19/01/2026
2 min

PalmeDas Bildungsministerium hat einen neuen Vorschlag zur Einführung eines einzigen Schulbezirks in den meisten Gemeinden Mallorcas vorgelegt. Ziel ist es, die Verteilung der Schulplätze flexibler zu gestalten und Familien eine größere Schulwahl zu ermöglichen. Laut der Balearenregierung soll die Initiative das Anmeldeverfahren vereinfachen und Familien die Möglichkeit geben, Schulen auch außerhalb der bestehenden Schulbezirke zu wählen. Der Vorschlag sieht vor, das bereits in Palma angewandte Modell – wo es zuvor acht, jetzt zwei und ab dem nächsten Jahr nur noch einen Schulbezirk gab – auf weitere Gemeinden der Insel auszuweiten. In größeren Städten wie Calvià und Felanitx werden jedoch weiterhin mehrere Schulbezirke bestehen bleiben, um ein ausgewogenes Schulangebot zu gewährleisten. Für bestimmte Programme, wie beispielsweise das Abitur (Baccalauréat), wird ein einziger Schulbezirk zwischen benachbarten Gemeinden eingerichtet, um die Bildungsangebote zu erweitern.

Der Vorschlag stieß sowohl in der Bildungscommunity als auch bei der Opposition auf Widerstand. Die Gewerkschaft UOB kritisiert, dass „diese Maßnahme nicht die vom regionalen Bildungsministerium propagierten Chancengleichheit garantiert, sondern vielmehr genau das begünstigt, was in den letzten Jahren bereits geschehen ist: Schulsegregation, Elitarismus und die Konzentration benachteiligter Schüler an bestimmten Schulen.“ Laut UOB ist die einheitliche Schulzone „eine globalisierende und elitäre Maßnahme, die die Integration in den Stadtvierteln direkt untergräbt und Familien mit geringeren wirtschaftlichen Ressourcen und größeren Mobilitätseinschränkungen benachteiligt.“

Nicht gerecht

UOB Ensenyament setzt sich für ein transparentes und faires System mit einheitlichen, objektiven und gerechten Kriterien ein, das Punkte für ehemalige Schüler automatisch ausschließt. Dieses System soll Schulen bedarfsgerecht unterstützen und ihnen die notwendigen Ressourcen bereitstellen sowie eine effektive und umfassende Regulierung von Privatschulen, die Steuergelder erhalten, gewährleisten. UOB Ensenyament betont außerdem, dass vielen Familien trotz Geschwisterpunkten bereits ein Platz an der Schule verweigert wurde, an der sie zuvor ein Kind angemeldet hatten. Dies zeige, dass das aktuelle System weder Chancengleichheit noch das Recht auf einen Schulplatz garantiere. UOB Ensenyament fordert das Bildungsministerium dringend auf, die Fixierung auf einen einzigen Schulbezirk aufzugeben und stattdessen ein faires System anzustreben, das Chancengleichheit, Integration und Nichtsegregation gewährleistet. Das Regionalministerium argumentiert hingegen, dass die einheitliche Schulzone die Wahlfreiheit der meisten Familien erleichtere und betont, dass in Palma trotz der Reduzierung der Schulbezirke 95 Prozent der Viertklässler im Vorschulalter einen Platz an ihrer Wunschschule erhalten haben. Das Projekt befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren, wobei die Fristen für die Einreichung von Einwänden noch offen sind, und hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie das Recht auf freie Schulwahl mit dem Bedürfnis nach gerechter Bildung ohne sozioökonomische Segregation in Einklang gebracht werden kann.

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