Mobilität

Züge und U-Bahnen werden als Sicherheitsmaßnahme mit einem „elektronischen Co-Piloten“ ausgestattet sein.

Das neue System überwacht automatisch Geschwindigkeit, Bremsvorgänge und Stopps, sobald ein Ereignis erkannt wird.

SFM-Bedienfelder in Palma.
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Die Balearenregierung hat mit der Einführung eines neuen Bahnsicherheitssystems für Mallorcas Schienenverkehr begonnen: das Europäische Eisenbahnverkehrsleitsystem (ERTMS), das als „elektronischer Co-Pilot“ fungiert. Das neue System überwacht unter anderem permanent die Geschwindigkeit von Zügen und U-Bahnen und steuert deren Bremsung oder Anhalten automatisch, sobald ein Zwischenfall erkannt wird. Die Maßnahme, die eine Investition von über 50 Millionen Euro erfordert, wird dieses Jahr zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts umgesetzt. Im Fall der U-Bahn wird das System ab 2027 betriebsbereit sein. Anschließend erfolgt die Implementierung im gesamten Schienennetz, zunächst auf der gesamten Linie 2. Regierungspräsidentin Marga Prohens und der Minister für Wohnen, Raumordnung und Mobilität, José Luis Mateo, besuchten zusammen mit einem technischen Leiter das Zentrale Verkehrszentrum (CTC), um sich vor Ort über die einzelnen Projektphasen und die Auswirkungen auf die Bahnsicherheit auf Mallorca zu informieren.

Das System, so Prohens, fungiert als „elektronischer Co-Pilot“, der permanent die Zuggeschwindigkeit überwacht, Brems- und Anhaltevorgänge steuert und bei Zwischenfällen oder Störungen automatisch eingreift. Dadurch, betonte die Regionalleiterin, werde das Risiko durch menschliches Versagen deutlich reduziert und eine ständige Kommunikation zwischen Gleisen, Zügen und Leitstellen gewährleistet. Zudem seien Investitionen in Gleisanlagen, die Anpassung des Rollmaterials und die Einrichtung einer eigenen Leitstelle zur Steuerung des neuen Systems erforderlich. „Es ist unsere Pflicht, die Sicherheit der zwölf Millionen Fahrgäste zu gewährleisten, die uns jährlich ihr Vertrauen schenken und mit Zug oder U-Bahn fahren. Dieses Vertrauen muss sich auszahlen, und wir tun dies mit Investitionen, Technologie und Weitsicht“, erklärte sie. Joan Autonell, Leiterin der Kommunikations- und Signaltechnik bei SFM, bezeichnete das neue System als „ein erstklassiges Sicherheitsinstrument“, das schrittweise und systematisch eingeführt werde. Die Pilotphase beginnt in der U-Bahn, wo das System voraussichtlich ab dem nächsten Jahr voll funktionsfähig sein wird, und wird anschließend bis Ende 2029 auf die übrigen Bahnstrecken ausgeweitet. „Mit dem vollständig implementierten System gewinnen wir an Sicherheit, Pünktlichkeit und Effizienz. Wir verfügen über mehr Informationen, können schneller reagieren und profitieren von optimierten Prozessen.“

Arbeiter bei Arbeiten an den Gleisen des Palma Intermodal Bahnhofs.

Verhandlungen mit den Arbeitern

Die offizielle Vorstellung des ERTMS, das bereits mehrfach angekündigt worden war, fand inmitten laufender Sicherheitsverhandlungen zwischen der SFM-Geschäftsleitung und den Beschäftigten statt. Beide Seiten treffen sich diese Woche erneut, um Fortschritte bei den vom Betriebsrat vorgeschlagenen Maßnahmen zu erzielen. Dieser warnte, dass die Gefahr von Teilstreiks mit der Dauer der Gespräche zunehme. Prohens erklärte, die am Montag vorgestellte Maßnahme stelle einen „großen Fortschritt“ in puncto Sicherheit dar und werde Mallorcas Schienennetz „über die Anforderungen der höchsten europäischen Standards hinausbringen“. „Das Sicherheitssystem war unzureichend ausgestattet, das ist uns bewusst, und die Budgetzusage dieser Regierung in diesem Bereich von über 120 Millionen Euro ist unbestreitbar“, argumentierte er. Die SFM-Geschäftsleitung werde weiterhin Vorschläge anhören, „die einen positiven Beitrag leisten und realisierbar sind“, betonte aber, dass die Mallorca-Bahn bereits „ein sicheres Verkehrsmittel“ sei. Obwohl das ERTMS nicht zu den Forderungen des Betriebsrats gehörte, erwähnte Prohens die bevorstehende Einsetzung des Verkehrssicherheitsausschusses, der eine der Hauptforderungen der Beschäftigten war. „Zwei Ingenieure wurden eingestellt, um die Implementierung eines Managementsystems voranzutreiben, das es uns ermöglicht, Risiken zu bewerten, Präventivmaßnahmen festzulegen und die Einhaltung von Sicherheitsstandards zu gewährleisten“, betonte er.

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