Konfrontation innerhalb der Regierung von Pollença über die Straße nach Bóquer: MÁS und PSOE geraten in einer von Spannungen geprägten Plenarsitzung aneinander.

Die Öko-Souveränisten fordern aus Gründen der Mobilität und des Zusammenlebens die Aussetzung der Wiedereröffnung der Straße 77, während die PSOE die Fortsetzung der Wiederherstellung einer als öffentlich deklarierten Straße verteidigt.

Bóquer-Tal.
Bruno Rodríguez
30/01/2026
2 min

PollençaDie Debatte über die Wiedereröffnung der alten Bóquer-Straße (Straße 77) offenbarte eine heftige Auseinandersetzung innerhalb der Regierungskoalition von Pollença, bestehend aus MÉS per Pollença und der PSOE. Die Sitzung des Gemeinderats war von politischen Spannungen und wütenden Wortmeldungen aus der Bevölkerung geprägt. Der von der Sozialistischen Partei eingebrachte Vorschlag, die offizielle Wiederherstellung eines Abschnitts der Straße 77 in einer Plenarsitzung zu behandeln, stieß auf direkten Widerstand seitens des Koalitionspartners MÉS per Pollença. Dieser kündigte an, dagegen zu stimmen und forderte, das Verfahren zu unterbrechen, um eine breitere Debatte über die Folgen zu ermöglichen. Die Spannungen beschränkten sich nicht auf die Fraktionsmitglieder. Mehrere Bürger meldeten sich zu Wort, ohne das Wort zu erhalten, und wandten sich direkt und aggressiv an Bürgermeister und Gemeinderäte. Dies hätte beinahe zur Unterbrechung der Plenarsitzung geführt. Einige Anwesende, die gegen die Wiedereröffnung waren, präsentierten sogar unabhängige Studien, die die Streichung des Tagesordnungspunktes forderten.

MORE warnt vor gravierenden Mobilitäts- und Zusammenlebensproblemen

MÁS per Pollença argumentiert, dass der Beschluss zwar als Verwaltungsverfahren dargestellt werde, in Wirklichkeit aber eine Änderung des Zugangs zur Cala Bóquer festige, die zu Verkehrsstaus, Unsicherheit und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität der Bewohner des Síller-Gebiets führen könne. Die Öko-Souveränisten warnen davor, dass der Camino 77 schmal und ohne Gehwege sei und von über 70 Häusern gesäumt werde. Die Umleitung des täglichen Durchgangs von Hunderten von Menschen sei nicht praktikabel, wie die örtliche Polizei bereits gewarnt habe. Sie stellen außerdem die Sicherheit der aktuellen Route mit ihren steilen Hängen und überschwemmungsgefährdeten Gebieten in Frage. Aus all diesen Gründen fordert MÁS die Aussetzung des Verfahrens und die Aufnahme eines Dialogs, um eine Alternative zu finden, die den öffentlichen Zugang mit der Sicherheit und dem friedlichen Zusammenleben in Einklang bringt. Die PSOE verteidigt die Rückgewinnung einer als öffentliche Straße erklärten Straße

Die PSOE hingegen argumentiert, dass der Camino 77 seit 2019 offiziell als öffentliche Straße im Straßenverzeichnis eingetragen ist. Dies geschah nach einem langwierigen Verwaltungsverfahren, das 2008 begann und durch Berichte des Consell de Mallorca (Inselrats von Mallorca) und der städtischen Rechtsabteilung unterstützt wurde. Die Sozialisten sind der Ansicht, dass der Stadtrat rechtlich verpflichtet ist, die Straße wiederherzustellen, insbesondere nach den festgestellten Eingriffen, die den Zugang blockierten. Sie betonen, dass das Verfahren auf rechtlichen Kriterien und nicht auf privaten Interessen beruht. Ein offener Konflikt innerhalb der Stadtverwaltung

Der Streit um den Bóquer-Wanderweg hat eine interne Krise in der Stadtverwaltung offengelegt. Zwei gegensätzliche Ansichten stehen sich gegenüber, wie öffentliche Wege geschützt und der Zugang zu Naturgebieten unter hohem touristischem Druck geregelt werden soll. Da die Debatte noch andauert und der Druck der Anwohner zunimmt, droht die Zukunft des Wanderwegs Nr. 77 in den kommenden Monaten ein Quell politischer und sozialer Konflikte in Pollença zu bleiben.

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