Die Zahl junger Menschen von den Balearen, die im Ausland leben, hat sich in zehn Jahren verdoppelt.
Der schwierige Zugang zu Wohnraum behindert weiterhin die Emanzipation junger Menschen, sodass nur 16 % der jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren emanzipiert sind.
PalmeDie Zahl der jungen Menschen, die auf den Balearen gemeldet sind, aber im Ausland leben, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Laut dem Jugendjahrbuch der Balearen 2025 waren in diesem Jahr 13.330 junge Menschen zwischen 15 und 34 Jahren auf den Balearen gemeldet, lebten aber im Ausland. Das ist fast dreimal so viel wie 2009 mit 3.409 (+291 %). Auch im Vergleich zu 2015, als 6.425 junge Menschen in dieser Situation waren, ist der Anstieg sehr deutlich. Das anhaltende Wachstum dieses Indikators deutet auf eine mögliche Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen ins Ausland hin, während gleichzeitig paradoxerweise der demografische Anteil der jungen Bevölkerung auf den Inseln wieder steigt. Tatsächlich bestätigt das Jahrbuch, dass die junge Bevölkerung nach Jahren des Rückgangs wieder wächst. Junge Menschen bis 34 Jahre machen derzeit 24 % der Gesamtbevölkerung aus. Erstmals haben Gemeinden wie Palma und Manacor einen Anteil junger Bevölkerung von über 20 % verzeichnet, während keine Gemeinde mehr unter 12 % liegt. Dies deutet auf eine homogenere territoriale Verteilung junger Menschen hin.
Was die Herkunft betrifft, so sind 59 % der jungen Menschen auf den Balearen geboren, 10 % stammen aus einer anderen autonomen Gemeinschaft und 30 % haben einen ausländischen Hintergrund. Diese Situation ist auf den Pitiusen besonders ausgeprägt. Auf Formentera sind nur 45 % der jungen Menschen auf der Insel geboren, ein Anteil, der nicht einmal die Hälfte erreicht. Ibiza weist sehr ähnliche Zahlen auf. Laut Jahrbuch hat diese demografische Zusammensetzung soziale, kulturelle und sprachliche Auswirkungen. Im Bildungsbereich konzentriert sich der Bericht auf eine der größten Schwächen des Systems: den vorzeitigen Schulabbruch. Zwischen 17 und 18 Jahren sinkt die Einschulungsquote drastisch, von 84 % auf 52 % innerhalb nur eines Jahres. Dieser Rückgang platziert die Balearen deutlich unter dem nationalen Durchschnitt, wo die Einschulungsquote in dieser Altersgruppe bei 81,2 % liegt. Das Jahrbuch bezeichnet diesen Zeitraum als kritischen Punkt im Bildungsweg junger Menschen. Der Anteil ausländischer Studierender liegt bei 18,3 % und ist damit im Vergleich zu anderen Regionen hoch. 65 % der Studierenden sind auf den Balearen geboren, 7 % besuchen Privatschulen und der Rest staatlich subventionierte Privatschulen. Die Studie analysiert auch den Zusammenhang zwischen Bildung und Arbeitsmarkt. Mit steigendem Bildungsniveau verbessert sich die Beschäftigungsquote junger Menschen, wobei das Jahrbuch jedoch darauf hinweist, dass eine höhere Beschäftigung nicht zwangsläufig stabile oder qualifizierte Arbeitsplätze garantiert. Generell bleibt die Beschäftigungslage junger Menschen prekärer als die der erwachsenen Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote der Gesamtbevölkerung liegt bei 9,3 %, steigt aber bei jungen Menschen zwischen 16 und 24 Jahren auf 25 %. Um ein Haus zu kaufen, benötigt man 22 Jahresgehälter.
Der Zugang zu Wohnraum bleibt eines der größten Hindernisse für junge Menschen, von zu Hause auszuziehen. Nur 16 % der 16- bis 29-Jährigen sind unabhängig, und Mieten ist mit 58 % die häufigste Option. Die Wohnkosten sind besonders hoch: Junge Menschen geben durchschnittlich bis zu 60 % ihres Einkommens für Miete aus, ein Anteil, der bei Alleinlebenden sogar bis zu 135 % ihres Monatsgehalts betragen kann. Diese Situation hat auch soziale Folgen. Das Armutsrisiko liegt bei 18,6 % für junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren, bei unter 16-Jährigen sogar bei 26,4 %. Laut dem Jahrbuch benötigt man durchschnittlich 22 Jahresgehälter, um sich auf den Balearen ein Haus leisten zu können. Insgesamt zeichnet das Jugendjahrbuch 2025 das Bild einer demografisch größeren Jugendbevölkerung, die jedoch auch mit erheblichen strukturellen Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Wohnen konfrontiert ist. Dieser Kontext trägt dazu bei, zu erklären, warum immer mehr junge Menschen, die auf den Balearen gemeldet sind, trotz des allgemeinen Bevölkerungswachstums junger Menschen ihre Lebensprojekte außerhalb des Archipels verfolgen.