Die Verteuerung der Energie und die Klimakrise gefährden den Tourismus auf Ibiza
Freunde der Erde warnen vor struktureller Verteuerung von Brennstoffen, Auswirkungen auf Transport und Vorräte sowie erhöhten Umwelt- und Wirtschaftsrisiken auf der Insel
PalmaDie Umweltorganisation Freunde der Erde hat gewarnt, dass die globale Energie- und Klimakrise bereits direkte Auswirkungen auf Ibiza hat und das derzeitige, auf Tourismus basierende Wirtschaftsmodell gefährdet. Anlässlich des Tages der Erde hat die Organisation eine Erklärung veröffentlicht, in der sie darauf hinweist, dass Faktoren wie internationale Instabilität – verschärft durch Konflikte im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus – bereits Transport und touristische Buchungen beeinträchtigen.
Laut der Organisation wird die Verteuerung von Kraftstoffen wie Diesel und Kerosin nicht konjunkturell, sondern strukturell sein, was direkte Folgen für die Mobilität und die Kosten des Tourismus haben kann. In diesem Sinne warnt sie, dass der Planet mehrere Umweltgrenzen überschritten hat und warnt vor einem Szenario, das von steigenden Lebensmittel- und entsalztem Wasserpreisen sowie dem Risiko einer wirtschaftlichen Rezession und Inflation in Europa geprägt ist, Faktoren, die den Massentourismus besonders beeinträchtigen könnten.
Auf lokaler Ebene identifiziert Freunde der Erde vier Hauptbedrohungen. Einerseits gefährden die Erhöhung der Meerestemperatur und die Versauerung die Posidonia-Wiesen, die für das Meeresökosystem entscheidend sind. Andererseits wird auf die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen und DANA hingewiesen. Sie warnt auch vor dem Verlust der Artenvielfalt, insbesondere mit Auswirkungen auf die ibizenkische Eidechse, und dem zunehmenden Druck auf den Boden aufgrund der städtischen Entwicklung.
Die Organisation ist der Ansicht, dass die Überurbanisierung die Fähigkeit der Insel, Kohlenstoff zu absorbieren, Grundwasserleiter aufzufüllen und die Temperatur zu regulieren, verringert, und warnt, dass dieser Prozess den Übergang zu einem agrarökologischen Modell erschwert. Angesichts dieses Szenarios ist sie der Ansicht, dass das „Ende der Energie-Fülle“ offensichtlich wird, und verteidigt die Notwendigkeit eines Modellwechsels, der auf touristischem De-Growth und wirtschaftlicher Diversifizierung basiert.
Schließlich fordert die Organisation die Verwaltungen auf, diese Risiken in die strategische Planung einzubeziehen, und ruft die Gesellschaft auf, sich angesichts eines Kontexts, den sie als „Nicht-Normalität“ bezeichnet, auf lokaler Ebene neu zu organisieren.