Dem Stadtrat liegen keine Aufzeichnungen darüber vor, dass das eingestürzte Haus in Manacor jemals einer obligatorischen Inspektion unterzogen wurde.
Das betroffene Haus wurde abgestützt, die Familie konnte es jedoch betreten, um persönliche Gegenstände und Dokumente abzuholen.
PalmeDas Gebäude, das am frühen Donnerstagmorgen in der San Francisco Street in Manacor in Brand geriet und bei dem der 18-jährige Miguel Ángel Florez ums Leben kam, hatte nie eine obligatorische Gebäudeinspektion (ITH) durchlaufen. Laut Angaben des Stadtrats von Manacor gibt es in keinem Register einen Eintrag darüber, dass der Eigentümer die Inspektion jemals hatte durchführen lassen. In der Gemeinde Manacor wurde diese Inspektion 2015 verpflichtend, und bereits im ersten Jahr wurde festgelegt, dass alle Häuser, die älter als 50 Jahre sind, von spezialisierten Unternehmen inspiziert werden müssen.
Es gibt auch keine Aufzeichnungen darüber, dass für das Haus in der Rue Sant Francesc 6 im Stadtteil Barracar eine Genehmigung für strukturelle oder Dachsanierungen beantragt wurde. Dies könnte darauf hindeuten, dass die städtischen Prüfer die Bauabnahme (ITH) nach Abschluss der Arbeiten als bestanden betrachteten, sobald diese in das Gesamtbild integriert waren. Laut Angaben des Rathauses „scheint es klar, dass Arbeiten durchgeführt wurden, aber ohne diese Unterlagen können wir derzeit nicht genau sagen, wann; es könnte schon viele Jahre her sein.“ „Wir wissen, wie ein Teil des Daches und das Erdgeschoss einstürzten, aber nicht warum“, heißt es weiter. Die derzeit plausibelste technische Hypothese besagt, dass sich die Dachbalken, die in einer tragenden Sandsteinmauer verankert waren, durch jahrelange Feuchtigkeitseinwirkung, die den Stein schwächte, gelöst haben.
Sie erklären außerdem, dass in diesen Fällen „die Hauptverantwortung für das Bestehen der Inspektion beim Hausbesitzer liegt, nicht beim Stadtrat, der nicht alle Beteiligten immer wieder in Schwierigkeiten bringen kann. Das wäre unverantwortlich vom Hausbesitzer.“ Die zuständige Richterin hat bereits den ersten technischen Bericht der Stadt vorliegen, um schnellstmöglich über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Die am frühen Donnerstagmorgen errichteten Absperrungen bleiben vorerst bestehen, und die Sant-Francesc-Straße ist gesperrt, bis die Genehmigung für die Abstützungs- und Stabilisierungsarbeiten am Gebäude vor dem voraussichtlichen Abriss erteilt wird, „um zu verhindern, dass die Fassade auf die Straße stürzt und einen weiteren Vorfall verursacht.“
Das betroffene Haus wurde abgestützt.
Darüber hinaus hat der Stadtrat von Manacor den Opfern des Vorfalls ein Grundstück zur Verfügung gestellt, das sie jederzeit betreten können. Quellen des Stadtrats erklärten, das betroffene Haus sei zwar gesichert worden, die Familie habe es aber bereits betreten können, um persönliche Gegenstände und Dokumente abzuholen. In der Straße, in der sich der Vorfall ereignete, legten Angehörige des Opfers Kerzen und Blumen zum Gedenken nieder.