Bausachverständige warnen: Das Bautempo reicht nicht aus, um den Notstand zu bewältigen.
Trotz des leichten Anstiegs der Projekte entfällt die Hälfte aller Entwicklungs- und Bautätigkeiten auf den Luxuswohnungsbau.
PalmeFast die Hälfte der 2025 auf Mallorca genehmigten Wohnbauprojekte waren freistehende Einfamilienhäuser, die weiterhin einen bedeutenden Teil der Investitionen im Sektor ausmachen. Die Behörden betonen jedoch, dass Mehrfamilienhäuser Priorität haben sollten. Daten des Verbandes der Bauingenieure und Architekten Mallorcas (COAAT) zeigen, dass insgesamt 2.139 Wohneinheiten genehmigt wurden, davon 48,9 % freistehende Häuser und 51,1 % Wohnungen. Das Gesamtbild ist jedoch nicht gänzlich negativ, da die Zahl der Mehrfamilienhäuser im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 % gestiegen ist.
Der Dekan des COAAT (Offizieller Architektenverband Mallorcas), Luis Alfonso de León, räumte am Donnerstag bei der Präsentation der Daten ein: „Der Neubau von Wohnhäusern auf Mallorca hat noch nicht richtig Fahrt aufgenommen, obwohl sich der Trend der letzten zwei Jahre, in denen mehr Einfamilienhäuser als Mehrfamilienhäuser gebaut wurden, umgekehrt hat.“ Laut dem Verband ist diese Veränderung angesichts der Wohnungsnotlage noch immer völlig unzureichend. De León hob zudem hervor, dass insbesondere in Palma 694 Wohnungen genehmigt wurden, fast 50 % mehr als 2014. Die leichte Verbesserung des Verhältnisses von Mehrfamilienhäusern zu großen Villen ist jedoch weniger auf den Erfolg öffentlicher Maßnahmen als vielmehr auf den Luxusimmobilienmarkt zurückzuführen. Dieser Faktor, so der Dekan des COAAT, trage zwar zu einer gewissen Stabilisierung des Immobilienmarktes bei, zeige aber gleichzeitig, dass der Villenbau im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung immer noch ein unverhältnismäßig hohes Gewicht habe. Unter den Gemeinden mit der höchsten Urbanisierung durch großflächige Bauvorhaben führt Palma mit 131 Genehmigungen die Liste an, gefolgt von Capdepera (92), Calvià (88), Santanyí (49), Campos (49), Manacor (49) und Llucmajor (3). In dieser Hinsicht gibt es nicht viele neue Entwicklungen, und Gemeinden wie Capdepera und Calvià haben sich als Hauptzentren des sogenannten „Chaletismus“ etabliert.
Zweitwohnsitz versus Luxuswohnanlage
Historisch gesehen war der Bau von Einfamilienhäusern auf Mallorca eng mit Zweitwohnungen und Luxustourismus verbunden, insbesondere in Küstenregionen wie Calvià und Andratx. Dieses Modell führte zu einem intensiven Flächenverbrauch und einer zunehmenden Belastung der Infrastruktur und der öffentlichen Dienstleistungen, während der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für die einheimische Bevölkerung weiterhin ungedeckt bleibt. Laut Daten des COAAT (Offizieller Architektenverband Mallorcas) ist die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser seit 2019 leicht rückläufig, während die für Mehrfamilienhäuser weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als vor fünf Jahren stagniert. Dies verhindert vorerst, dass der tatsächliche Wohnraumbedarf gedeckt werden kann. Diese Situation verdeutlicht das Ungleichgewicht zwischen bestehender Nachfrage und städtebaulichem Angebot – eine der größten Herausforderungen, die laut Experten bei der Planung der zukünftigen Wohnsituation auf der Insel angesichts des Bevölkerungswachstums und des unzureichenden Angebots angegangen werden muss.
Hinsichtlich der Anzahl der von den Gemeinden bearbeiteten Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser führt Palma die Statistik des Berufsverbandes mit 694 Genehmigungen an, gefolgt von Marratxí (103) und Inca (72).