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Arbeitsplatzunsicherheit hat ein weibliches Gesicht: Nur 32 % der stabilen, unbefristeten Arbeitsverträge werden von Frauen gehalten.

Trotz des sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts sind Frauen weiterhin überwiegend in befristeten und Teilzeitjobs beschäftigt, mit schlechteren Bedingungen und niedrigeren Löhnen als Männer.

Präsentation des Berichts „Frauen 2026“ durch CCOO.
06/03/2026
3 min

PalmeDaten aus dem Jahr 2025 bestätigen, dass der Arbeitsmarkt auf den Balearen Frauen weiterhin allein aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. Laut dem „Frauenbericht 2026“ der Gewerkschaft CCOO auf den Balearen waren nur 31,9 % der unbefristeten Vollzeit- und sicheren Arbeitsverträge mit Frauen besetzt, während der Anteil der Männer bei 68,6 % lag. Diese Situation zeigt, dass trotz der wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte der letzten Jahre echte Gleichstellung noch in weiter Ferne liegt. Saisonale Arbeitsverträge sind in diesen Daten nicht berücksichtigt. Diese Ungleichheit spiegelt sich auch in der Zeitarbeit wider. Von allen erwerbstätigen Frauen arbeiten fast 24 % in Teilzeit, fast doppelt so viele wie die Männer (12,5 %). Die Kombination aus befristeten Verträgen und Teilzeitarbeit führt direkt zu niedrigeren Löhnen, Schwierigkeiten beim beruflichen Aufstieg und schlechteren Arbeitsbedingungen. Umgekehrt haben Männer die Mehrheit der unbefristeten Vollzeitverträge inne, wodurch eine Kluft entsteht, die sich durch ihr gesamtes Berufsleben zieht.

Die Zahlen zur Nichterwerbsbevölkerung sind ebenso aufschlussreich. Von den 383.000 Nichterwerbstätigen auf den Kanarischen Inseln sind 216.100 Frauen, was 56,42 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Davon sind 15,5 % Hausfrauen/Hausmänner, verglichen mit nur 3,89 % der Männer. Dieser Unterschied verdeutlicht das Fortbestehen einer patriarchalischen Kultur, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt deutlich benachteiligt, da ihre familiären Verpflichtungen ihre Teilhabe einschränken. Die Unterschiede sind auch nach Altersgruppen aufgeschlüsselt signifikant. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen am höchsten, sinkt aber zwischen 35 und 44 sowie zwischen 45 und 54 Jahren drastisch. Dies fällt mit den Jahren zusammen, in denen viele Frauen die Betreuung von Kindern und älteren Angehörigen übernehmen. Diese Doppelbelastung wirkt sich nicht nur auf die Karrierechancen aus, sondern auch auf den Aufbau von Sozialversicherungsansprüchen und die spätere Rente. Bildung und Ausbildung, die oft als Chancengleichheitsförderer gelten, beseitigen die Ungleichheit am Arbeitsplatz nicht. Der Bericht zeigt, dass Frauen mit gleichem Bildungsniveau größere Schwierigkeiten beim Zugang zum Arbeitsmarkt haben und höhere Arbeitslosenquoten aufweisen als Männer, insbesondere im Sekundarbereich. Diese Bildungslücke trägt dazu bei, eine Situation wirtschaftlicher Benachteiligung während ihres gesamten Berufslebens zu verfestigen.

Deutlich niedrigere Rente

Ungleichheit wird mit zunehmendem Alter und im Ruhestand deutlicher sichtbar. Im Jahr 2025 erhielten Frauen eine durchschnittliche Rente von 1.156 € pro Monat, 428 € weniger als Männer mit 1.584 €. Zudem gingen weniger Frauen (63.216) als Männer (77.471) in Rente, und der Unterschied bei der Erwerbsminderungsrente betrug 103 € pro Monat zugunsten der Männer. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke führt somit zu einer kumulierten Ungleichheit, die Frauen ihr ganzes Leben lang begleitet. Die Daten von 2025 zeigen auch, dass Frauen weiterhin in Branchen mit geringerer Stabilität und schlechteren Arbeitsbedingungen konzentriert sind. Teilzeit- und befristete Verträge, die im Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungssektor üblich sind, werden nach wie vor überwiegend von Frauen gehalten. All dies versetzt Frauen in eine strukturell prekärere Lage mit geringeren Aufstiegschancen und einem höheren Risiko, in Zukunft in Armut zu geraten.

Marías Geschichte verdeutlicht diese Realität. Als ausgebildete Fachkraft arbeitet sie in befristeten und Teilzeitstellen und trägt zusätzlich die Last der Hausarbeit. Nach ihrer Pensionierung erhält sie deutlich weniger Rente als ihr männlicher Kollege, obwohl sie die gleiche Arbeit verrichtet hat. Fälle wie ihrer zeigen, dass die geschlechtsspezifische Lohnlücke nicht nur eine Statistik ist, sondern eine Realität, die den Alltag Tausender Frauen prägt. Experten und Gewerkschaften sind sich einig, dass diese Ungleichheit ohne konkrete Maßnahmen wie Lohngleichheit, Programme zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Anreize für die Einstellung von Frauen weiterhin das Arbeits- und Sozialleben von Frauen auf den Kanarischen Inseln bestimmen wird. Gleichzeitig sind Frauen weiterhin unverhältnismäßig stark von prekären Arbeitsverhältnissen und Ungleichheit betroffen, trotz Versprechen auf Gleichstellung und sozioökonomischen Fortschritt, die sich bisher nicht erfüllt haben.

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