Die vielen Gründe, warum wir die Häuser der Großeltern nicht retten können

PalmaDie Frage, die sich eine junge Frau stellte, nachdem sie sah, wie das Haus ihrer Großmutter in Son Espanyolet abgerissen wurde, um es in fremde Hände zu geben und neu zu bauen, ist eigentlich eine kollektive Frage, eine Frage des Landes. „Warum konnte ich das Haus der Großmutter nicht retten?“, fragte sie sich. Ihre Klage könnte die von Tausenden von Menschen aus anderen Vierteln und vielen Dörfern und Städten der Balearen sein. Warum können immer mehr Familien die Häuser nicht behalten, die Teil ihrer Geschichte waren?

Die Antwort ist weder einfach noch einzigartig. Sie ist multifaktoriell. Es stimmt, dass die Balearen eine enorme Menge an ausländischem Kapital erhalten, das bereit ist, in Wohnraum zu investieren oder einen Teil des Paradieses zu kaufen. Dies ist ein wichtiger, oft entscheidender Faktor, aber er reicht nicht aus, um zu erklären, was geschieht. Die Immobilienpreise sind außer Kontrolle geraten. Insbesondere mit der Ausweitung der touristischen Vermietung sind Häuser keine Orte mehr zum Wohnen, sondern zu einem Geschäft geworden. Und wer eine Wohnung zum Wohnen braucht, wird aus einem immer unzugänglicheren Markt verdrängt.

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Zu diesem Phänomen kommt eine generationenübergreifende Realität hinzu. Die Paare, die die Häuser kaufen konnten, die aus der großen städtebaulichen Expansion der 60er und 70er Jahre hervorgingen, sterben aus. Die Kinder, oft zwei, drei oder mehr, müssen das Erbe, das Familienvermögen, aufteilen. Aber bei den explodierenden Preisen kann oft kein Familienmitglied die Kosten für den Kauf des Anteils der anderen tragen. Und das Haus wird schließlich verkauft.

Es gibt noch ein weiteres Element: der mangelnde Vermögensschutz. Viele Häuser mit einem gewissen architektonischen Wert – auch die bescheidenen – wurden nie in kommunale Schutzverzeichnisse aufgenommen, falls ein solches Verzeichnis überhaupt existiert.

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All diese und viele andere sind Faktoren, die uns als Gesellschaft definieren. Der Besitzerwechsel von Familienhäusern hat schon immer stattgefunden, was nie passiert ist, war, dass man danach kein anderes Zuhause mehr bekommen konnte. Aber auf jeden Fall sind die Faktoren kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger politischer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Entscheidungen. Genau deshalb ist eine staatliche Regulierung jetzt so notwendig. Die Regierung von Marga Prohens sollte die Balearen zur angespannten Zone erklären. Das sind sie. Diese Figur würde es ermöglichen, Maßnahmen zu ergreifen, um zumindest den Mietanstieg zu begrenzen. Das Problem übersteigt jedoch auch die regionale Ebene. Der Staat und die Europäische Union müssen das Ausmaß des Wohnungsproblems auf den Inseln verstehen. Sie sollten auch ihre Besonderheiten anerkennen: das extreme Missverhältnis zwischen Löhnen und Wohnungspreisen und der globale Druck auf den Immobilienmarkt.

Die große Gefahr besteht nun darin, es als normal zu akzeptieren, dass die Inseln ein ausgezeichneter Ort zum Investieren sind, aber dass es immer schwieriger wird, dort zu leben.