Observatorium

Es lebe die Oper!

19/02/2026

PalmeDer fliegende Holländer, von Richard Wagner, im Principal Theater. Unmöglich!, dachten viele von uns. Mein FehlerZweifellos schwierig, aber gute Arbeit und kluge Entscheidungen haben sich durchgesetzt. Das ist kein Spoiler. Es war ein Erfolg mit ausverkauftem Haus, und ohne Irrtum – fehlerfrei – wie der Komponist sagen würde, und wenn er es nicht aussprach, so dachte er es doch sicherlich. Alles funktionierte perfekt. Nichts enttäuschte, und vielleicht war diese bemerkenswerte Ausgewogenheit die beste und wichtigste der vielen Vorzüge der Show. Der Kreis war aus offensichtlichen Gründen kleiner als üblich, aber er war zweifellos perfekt. Eine Tatsache, die bereits in den ersten Absprachen deutlich wurde.Öffnung, Mit dem imposanten Blech, das die stürmische Tragödie ankündigte, hatte das Symphonieorchester der Balearen unter der Leitung von Guillermo Garcia-Calvo, für den Wagner weit weniger Geheimnisse birgt als für die meisten Dirigenten, die Essenz von Bayreuth so vollkommen erfasst und damit die erste Anforderung an die Orchestergröße erfüllt: Der Klang war kraftvoll und raumfüllend, reich an Texturen und makellos klar.

Ein weiteres wesentliches Element war zweifellos eine zuverlässige Senta, die das fulminante Finale mit der für eine so nuancenreiche und kontrastreiche Figur erforderlichen Stärke erreichte. Iwona Sobotka war makellos, mit einer immensen, samtigen und, wenn angebracht, subtilen Stimme, deren Natürlichkeit, wie sie von Beginn an bewies, nicht käuflich war. Johohoe! Traft yhr das Schiff, bekannt als Die Ballade von SentaDies war eine klare Darlegung der Grundsätze und ein Beweis für die Vielseitigkeit des Projekts. Damit hatte es bereits 50 % seines Ziels erreicht. Doch das war noch lange nicht alles.Niederländisch, George Gatnitze gelang es mit seiner kraftvollen Stimme, eine Figur, die nicht nur legendär, sondern beinahe mythisch anmutet, absolut glaubwürdig darzustellen. Dies war ein durchgängiges Merkmal in Marcelo Lombarderos künstlerischer Intendanz, die Figuren so menschlich wie möglich zu gestalten. So schuf er eine ganz besondere und stimmige Chemie zwischen Senta und Eric, ihrem Verehrer, gespielt von Alejandro Roy, der der bekannten und mythischen Geschichte zweifellos die größte Kohärenz und den größten Zusammenhalt verleiht. Joan Laínez seinerseits dirigierte exzellent und stand dem restlichen Ensemble in nichts nach – eine beachtliche Leistung. Auch das Orchester enttäuschte nicht und kompensierte die üblicherweise benötigte Anzahl an Sängern durch die orchestrale Ausgewogenheit, die wir an diesem unvergesslichen Nachmittag aus vielen Gründen genossen: Es war die erste Wagner-Oper überhaupt im Teatro Principal, und gleichzeitig wurde das vierzigjährige Jubiläum einer Opernsaison gefeiert, die nach den unüberwindbar scheinenden Grenzen greift. Es lebe die Oper!