Die Joan March in Palma würdigt die Kunst von Saul Steinberg, "den Zeichner, der schreibt"

Eine Retrospektive des berühmten Zeichners des 'New Yorker' durchläuft sein Werk mit Zeichnungen, Gemälden, Collagen und Fotografien bis zum 23. Januar

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Saul Steinberg mit einem Gesicht auf seiner Hand (Long Island, 1978) Sammlung Fundación Juan March, Madrid. Sticht aus dem Nachlass von Evelyn Hofer © Nachlass von Evelyn Hofer
ARA Balears
07/10/2026 - 13:52 h

PalmaSaul Steinberg machte das Zeichnen zu einer Art, die Welt zu beobachten und zu hinterfragen. Vor allem bekannt für seine Titelseiten und Illustrationen für The New Yorker, schuf der Künstler ein Werk, das Malerei, Collage, Fotografie und Literatur durchdringt, ohne sich vollständig einer Disziplin unterzuordnen. Die Fundació Joan March in Palma bietet nun einen Rundgang mit der Ausstellung Saul Steinberg, Künstler an, die an diesem Dienstag eröffnet wurde und bis zum 23. Januar 2027 besucht werden kann.

Die Ausstellung ist eine reduzierte Version der ersten umfassenden Retrospektive, die Steinberg in Spanien gewidmet wurde und 2024 im Madrider Sitz der Stiftung präsentiert wurde. Die Auswahl ermöglicht es, einem Schöpfer nahezukommen, der sowohl durch die Seiten von Zeitschriften als auch durch Museen für zeitgenössische Kunst zirkulierte.

Zeichnungen, Wandbilder, Collagen, Gemälde, Drucke, Fotografien, Künstlerbücher und Zeitschriften zeugen von dieser Vielfalt. Der rote Faden ist die Zeichnung, die Steinberg in eine Sprache verwandelte, die Humor mit Reflexionen über soziale Konventionen und die Arten der Wirklichkeitsdarstellung kombinieren konnte. Der Kritiker Harold Rosenberg definierte ihn als einen „Schreiber von Bildern“.

Vom Exil zu den Seiten des ‚New Yorker‘

Der 1914 in Rumänien geborene Steinberg wurde in Mailand zum Architekten ausgebildet. Die antisemitischen Gesetze des italienischen Faschismus zwangen ihn dazu, einen Ausweg aus Europa zu suchen. Nachdem er die Dominikanische Republik durchquert hatte, gelang es ihm 1942, sich in den Vereinigten Staaten niederzulassen. Die Zusammenarbeit mit The New Yorker hatte bereits vor seiner Ankunft begonnen und dauerte fast sechs Jahrzehnte an.

Die Zeitschrift war ausschlaggebend für die Verbreitung seines Werks. Die Titelseiten und die Zeichnungen im Innenteil brachten seinen Blick in die amerikanischen Haushalte, aber sein Schaffen bahnte sich auch den Weg in Ausstellungsräume. 1946 wurde sein Werk im MoMA in New York neben dem von Künstlern wie Isamu Noguchi und Robert Motherwell gezeigt.

„Ich gehöre nicht ganz zur Welt der Kunst, nicht zu der der Cartoons und auch nicht zu der der Zeitschriften; deshalb weiß die Kunstwelt nicht so recht, wo sie mich einordnen soll“, schrieb Steinberg. Diese Schwierigkeit, ihn zu klassifizieren, ist einer der Schlüssel zur Retrospektive: Der visuelle Einfallsreichtum bewegt sich vom Papier hin zur Malerei, zur Fotomontage und zu dreidimensionalen Objekten.

Sein Werk pflegt zudem Verbindungen zur Literatur und zum Theater des Absurden. Als Bewunderer von Nikolai Gogol teilte Steinberg Interessen mit Schöpfern wie Samuel Beckett, Alberto Giacometti und Eugène Ionesco. Rosenberg verglich sein Spiel zwischen Worten und Bildern sogar mit dem von James Joyce.

Eine Schenkung von mehr als hundert Stücken

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Saul Steinberg Foundation in New York realisiert, die sich der Bewahrung und Erforschung des künstlerischen Nachlasses widmet. Diese Institution hat der Fundación Joan March mehr als hundert Werke gestiftet, die sich damit in die Reihe anderer Einrichtungen einreiht, die seine Arbeiten beherbergen, wie das Art Institute of Chicago und das Centre Pompidou in Paris.

Die Schau wird von einem illustrierten Katalog begleitet, der historische Texte und Essays enthält. Unter diesen befindet sich der Text, den Rosenberg anlässlich der Einzelausstellung von Steinberg im Whitney Museum in New York im Jahr 1978 veröffentlichte, sowie Beiträge von Sheila Schwartz, María Teresa Muñoz und Alicia Chillida.

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