Der Schriftsteller Carles Rebassa beklagt, dass ihm keine Institution in Barcelona oder Mallorca zum Sant-Jordi-Preis gratuliert habe
Der Gewinner von Sant Jordi verteidigt Katalanisch und prangert die „anhaltenden Angriffe“ auf die Sprache an.
PalmeDer Mallorquiner Carles Rebassa, Gewinner des Sant Jordi-Preises für den Roman Prometheus der tausend Wegehat in den sozialen Medien die fehlende institutionelle Anerkennung nach Erhalt dieser Auszeichnung kritisiert, einer der renommiertesten Auszeichnungen der katalanischen Literatur, die jährlich von Òmnium Cultural, einer Organisation zur Verteidigung der katalanischen Sprache und Kultur, verliehen wird.
In einem Tweet äußerte Rebassa seinen Unmut direkt: „Ich verstehe das nicht. Mehr als eine Woche nach Sant Jordi hat mir kein einziger institutioneller Vertreter, weder aus Barcelona noch von Mallorca, gratuliert. Was ist da los?“
Bei der Preisverleihung verteidigte der Schriftsteller und Dichter die katalanische Sprache leidenschaftlich. Er kritisierte, dass die Sprache „ständigen Angriffen“ aus vielen gesellschaftlichen Bereichen ausgesetzt sei, „von den Gerichten über Senat und Parlament bis hin zu Schulen, Ärzten und sogar Cafés“. Aus diesem Grund forderte er strengere Maßnahmen und argumentierte, dass „Gesetze nötig seien, um Katalanisch für das Leben in den katalanischen Ländern unerlässlich zu machen“.
Wie der Journalist Bruno Rodríguez in dieser Zeitung berichtete, erklärte Rebassa in seiner Rede: „Wir sind hier, weil wir diese Sprache haben. Hätten wir eine andere, wären wir etwas anderes, aber wir haben weder das eine noch das andere, und deshalb sind wir auch nicht hier.“ In diesem Sinne betonte er: „Ohne Sprache gibt es kein Land, keine Bücher, keine Projekte, keine Geschichten, keine Strategien, nichts“, und fügte hinzu: „Ohne Katalanisch wären wir nicht hier; alles andere ist gelogen.“
Der Autor widmete einen Teil seiner Rede der Stadt Palma, die sich seiner Ansicht nach in einem tiefgreifenden Wandel befindet. „Es ist das Porträt einer Stadt, die ich sehr liebe, weil sie meine Stadt ist“, bemerkte er, beschrieb sie aber gleichzeitig als „kolonisiert, zerstört, verwüstet und am Boden zerstört“. Rebassa erklärte im Rahmen der Veranstaltung, der Roman thematisiere „den Klassenkampf, das Zusammenleben von Herren und Knechten“ und auch, wie Liebe und Begierde menschliche Beziehungen auf den Kopf stellen können. All dies entfaltet sich vor dem Hintergrund, dass die Auswirkungen wirtschaftlicher und touristischer Spekulationen auf die Stadt, so der Autor, sichtbar werden.