Kultur

Calviá verbannt Sant Jordi und fördert gleichzeitig Saint George für den britischen Tourismus

Die Regierung aus PP und Vox setzt in Palmanova auf eine Feier, die sich an Ausländer richtet und keine Bezüge zum traditionellen katalanischen Feiertag aufweist

Ara Balears
09/04/2026

PalmaDie Promenade von Palmanova wird am 18. und 19. April ein kulturelles Wochenende beherbergen, das einen bedeutenden Wandel im Festmodell von Calvià festigt. Die Gemeinde feiert den Tag des Buches und am folgenden Tag den Heiligen Georg, den Schutzpatron von England, in einem institutionellen Bestreben, die Verbindung zum britischen Tourismus zu stärken.

Das offizielle Programm vermeidet jeden Bezug zu Sant Jordi, eine Abwesenheit, die nicht gering ist, wenn man das historische Gewicht dieses Festes in der katalanischen Kultur bedenkt. Stattdessen entscheidet sich der Stadtrat für ein Format, das den kommerziellen und unterhaltsamen Teil des Tages des Buches beibehält, aber die Feier von ihrem Ursprung und ihrer traditionellen Bedeutung entkoppelt.

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Diese Wende hat sich während der laufenden Legislatur gefestigt, mit der von Juan Antonio Amengual (PP) geführten Gemeindeverwaltung in Koalition mit Vox. Die Einbeziehung und Förderung von Festen wie dem Heiligen Georg ist Teil einer Strategie zur touristischen Projektion und Entsaisonalisierung, passt aber auch in einen politischen Kontext, in dem Vox wiederholt die sogenannten „Sprachmodalitäten der Balearen“ verteidigt und die Rolle des Katalanischen als verbindendes Element der eigenen Kultur in Frage gestellt hat.

Am Samstag, dem 18. April, findet auf der Promenade von Mar der Tag des Buches mit Aktivitäten von 10:30 bis 19:30 Uhr statt. Es wird Buch- und Rosenstände, Autogrammstunden lokaler Autoren, Geschichtenerzähler, Workshops und Familienspiele geben, sowie die Teilnahme der BiblioRoulotte von Calvià und verschiedene Straßenanimationen.

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Die Feier ist Teil eines breiteren Programms während des gesamten Monats April in den städtischen Bibliotheken mit Märchenstunden, Workshops und literarischen Aktivitäten.

Heiliger Georg und der Paradigmenwechsel

Am nächsten Tag, Sonntag, dem 19. April, übernimmt Saint George die Bühne, das zum dritten Mal stattfindet. Der Tag beinhaltet einen Kunsthandwerksmarkt, Familienaktivitäten, Umzüge und Live-Musik bis zum Abend.

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Dieses Modell ist nicht isoliert. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren andere Feierlichkeiten internationalen Ursprungs aufgenommen, wie z. B. den Saint Patrick's Day, und folgt damit einer klaren Linie der Anpassung des kulturellen Kalenders an die wichtigsten Märkte. Das Ergebnis ist ein Paradigmenwechsel, bei dem lokale Traditionen nicht verschwinden, sondern verblassen und ihre zentrale Bedeutung innerhalb eines Angebots verlieren, das zunehmend auf den touristischen Konsum ausgerichtet ist. Mit diesem doppelten Termin festigt Calvià eine Strategie, die Kultur und Wirtschaftsverkehr kombiniert, aber auch die Debatte darüber wiedereröffnet, welche Rolle die eigene Sprache und Traditionen in der kommunalen Kulturpolitik spielen sollten.