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Wanderer schlagen Alarm: Bis zu 300 öffentliche Wanderwege wurden von Landbesitzern gesperrt.

Die Eigentümer ländlicher und Berggrundstücke blockieren den Zugang, und Gerichtsurteile lassen Jahre auf sich warten.

ARA Balears
23/03/2026

PalmeDie Mobilisierung von über 300 Menschen am vergangenen Sonntag in Raixa hat einen seit Jahren auf Mallorca schwelenden sozialen Konflikt erneut in den Vordergrund gerückt. Grund dafür sind die zunehmenden Versuche, öffentliche Wanderwege zu sperren. Der Protestmarsch, organisiert von Wandergruppen und Plattformen wie Camins Oberts, verdeutlichte einmal mehr die Besorgnis der Bevölkerung über eine, wie einige Anwesende es formulierten, „immer häufiger anzutreffende Praxis“. Im Mittelpunkt des Protests stand der Passatemps-Weg, eine traditionelle Route, die Palmanyola mit Raixa verbindet. Dieser Weg ist nach wie vor teilweise durch ein privates Grundstück eingezäunt, obwohl sein öffentlicher Charakter seit Jahren Gegenstand von Debatten und Forderungen ist. Wanderer, Familien und Aktivisten nahmen an dem Marsch teil und demonstrierten mit Transparenten und Slogans für ihr Wegerecht und gegen die Untätigkeit der Institutionen in diesen Fällen.

Was in Raixa geschieht, ist kein Einzelfall, sondern Teil eines strukturellen Konflikts, wie der paradigmatische Fall des Wanderwegs von Ternelles nach Pollença zeigt. Dieser war historisch gesehen eine königliche und öffentliche Straße, wurde aber nach dem Kauf des königlichen Schlosses Teil eines Privatbesitzes. Nach mehreren Gerichtsverfahren wurde er trotz seiner historischen Bedeutung schließlich als Privatgrundstück eingestuft. Eines der Argumente der Eigentümer ist das Vorkommen des Mönchsgeiers und dessen notwendige Erhaltung. Laut einigen Wanderern nutzen die Eigentümer dieses Argument als Vorwand, um den Zugang zum öffentlichen Weg übermäßig einzuschränken.

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Einige Fälle sind vor Gericht.

Dieser Fall verdeutlicht treffend die Komplexität des Problems, selbst wenn historische Dokumente oder die gesellschaftliche Anerkennung des Weges vorliegen. Die endgültige Entscheidung liegt oft bei den Zivilgerichten, nicht bei der lokalen Verwaltung, der häufig die notwendigen Mittel fehlen, um das öffentliche Eigentum zu verteidigen, insbesondere wenn der Weg in keinem offiziellen Verzeichnis aufgeführt ist. Genau hier liegt einer der Kernpunkte des Konflikts: Viele Wege sind in keinem kommunalen Verzeichnis verzeichnet, was die Kommunen daran hindert, entschiedene Maßnahmen zu ihrer Wiedereröffnung zu ergreifen. Sie müssen anhand historischer Dokumente, Karten oder Zeugenaussagen nachweisen, dass der Weg öffentlich war. Diese Beweislast führt oft zu langwierigen und kostspieligen Rechtsstreitigkeiten. Das Fehlen von Verzeichnissen steht im krassen Gegensatz zum Wegegesetz von 2018, das die Kommunen zur Erfassung der Wege verpflichtet, aber weiterhin uneinheitlich angewendet wird. Dies trägt dazu bei, dass nur wenige Kommunen diese Aufgabe erfüllt haben. Hunderte von Wegen sind gesperrt.

Die Fälle nehmen auf allen Inseln zu, wie einige Wanderer berichtet haben. Auf Mallorca sind bis zu 300 als öffentlich ausgewiesene Wege weiterhin gesperrt.Viele geraten zwischen die Fronten administrativer Streitigkeiten zwischen Behörden und Landbesitzern, wie etwa im Fall des Passatemps-Pfades oder der Zugangswege zu unberührten Buchten, die noch immer auf eine gerichtliche Entscheidung warten. Diese Situation hat eine wachsende gesellschaftliche Reaktion hervorgerufen. Mobilisierungen wie die in Raixa knüpfen an frühere Auseinandersetzungen an, bei denen Bürger auf die Straße gingen, um Wegerechte einzufordern und historische Pfade zurückzuerobern, da sie die zunehmende Abschottung ihres Territoriums befürchten. Die zugrundeliegende Debatte um Eigentumsrechte und das kollektive Zugangsrecht ist nach wie vor offen, während Landbesitzer den Schutz ihres Eigentums und ihrer Privatsphäre fordern. Soziale Gruppen betonen, dass diese Wege Teil eines gemeinsamen Erbes sind, das nicht verloren gehen darf. Das Bild von Hunderten von Menschen, die an diesem Sonntag nach Raixa marschierten, unterstreicht diese Vorstellung: Der Konflikt ist kein Einzelfall, sondern strukturell bedingt. Ohne eine klare Strategie zur Erfassung, zum Schutz und zur Wiederherstellung öffentlicher Wege wird dieses Thema die gesellschaftliche Agenda der Inseln wohl weiterhin dominieren.