Ramon Grosfoguel analysiert in Palma den „klimatischen Kolonialismus“ in Palästina und im Iran
Das Estudi General Lul·lià empfängt diesen Samstag, den 23. Mai, eine Konferenz des Soziologen aus Puerto Rico über Krieg, Ökozid und die globale Klimakrise
PalmaPalma wird am kommenden Samstag, dem 23. Mai, eine Konferenz des puertorikanischen Soziologen und Denkers Ramon Grosfoguel beherbergen, einer der wichtigsten internationalen Figuren des dekolonialen Denkens. Der Vortrag, der im Rahmen der Aktivitäten der Klimaakademie stattfindet, wird sich um das Konzept des „Klimakolonialismus“ und die ökologischen und sozialen Folgen bewaffneter Konflikte in Gebieten wie Palästina und dem Iran drehen.
Die Veranstaltung findet um 11:30 Uhr am Hauptsitz des Estudi General Lul·lià statt und wird gemeinsam mit dem Kollektiv Palestina Lliure organisiert. Während der Sitzung wird Grosfoguel die Beziehung zwischen Kriegen, Extraktivismus, Besatzung und ökologischer Zerstörung analysieren und argumentieren, dass diese Dynamiken zur Verschärfung der globalen Klimakrise beitragen.
Die Konferenz wird Themen wie die durch Konflikte verursachte Umweltverschmutzung, die Zwangsumsiedlung von Bevölkerungsgruppen und Fälle von Ökozid behandeln, die insbesondere gefährdete Gemeinschaften betreffen. Auch die Notwendigkeit, eine dekoloniale Perspektive auf den Klimanotstand zu werfen und soziale Gerechtigkeit mit der Verteidigung von Territorien und Ökosystemen zu verbinden, wird thematisiert.
Die Organisatoren sehen das Treffen als einen Raum, um über die Klimakrise jenseits der rein ökologischen Dimension nachzudenken und den Fokus auf die Macht- und Herrschaftsmodelle zu legen, die ihrer Meinung nach hinter vielen der aktuellen ökologischen Auswirkungen stehen.
Ramon Grosfoguel, Professor am Department of Ethnic Studies der University of California in Berkeley, ist Mitglied der Gruppe Modernität/Kolonialität und eine der einflussreichsten Stimmen in den dekolonialen und postkolonialen Studien. Er hat zahlreiche Arbeiten über Migration, das Weltsystem und die Dekolonisierung von Macht und Wissen veröffentlicht und argumentiert, dass die Auswirkungen des Kolonialismus in den heutigen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen weiterhin präsent sind.