Protest gegen die Fällung schöner Schattenbäume: „Dahinter stecken wirtschaftliche Interessen.“
Anwohner bemängeln, dass das Gesundheitsamt „Probleme“ für Unternehmen schaffe, die unter diesen Bäumen Terrassen errichten wollen, da diese Früchte produzieren.
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PalmeRund fünfzig Nachbarn – ausgestattet mit Töpfen, Käsereiben, Trompeten und Holzlöffeln sowie anderen Küchenutensilien – veranstalteten einen Topflärm-Protest gegen die das Gefühl der schönen Schatten Die Anwohner der Plaça Llorenç Villalonga in Palma hegen den Verdacht, dass die Stadtverwaltung 18 prächtige Schattenbäume wegen angeblicher „Umsturzgefahr“ gefällt hat. Sie vermuten stattdessen wirtschaftliche Interessen dahinter, da sich das Hotel nur wenige Meter vom Platz entfernt befindet. Edita Navarro, Vorsitzende der Anwohnervereinigung La Calatrava, erklärte: „Das Gesundheitsamt erschwert es Unternehmen, die unter diesen Bäumen Sonnenschutzkonstruktionen errichten wollen, wegen der Früchte, die sie tragen.“ Dies nährt den Verdacht der Anwohner, die die Baumfällung mit dem geplanten Bau einer Terrasse mit Blick auf die Plaça Llorenç Villalonga in Verbindung bringen – „dem letzten großen Platz, der noch nicht für Terrassenbetriebe reserviert ist“, betonte sie.
Bei der letzten Sitzung des Stadtrats von Palma behauptete Stadtrat Fulgencio Coll von der Partei Vox, die Bäume seien krank gewesen. Anwohner hingegen beteuerten, die Bäume seien am Tag ihrer Fällung kerngesund gewesen. Daher beauftragten Anwohner und Vereine wie Palma XXI, Friends of the Earth und GOB unter anderem externe Experten, um in Gutachten bestätigen zu lassen, dass die gefällten Bäume nicht krank waren. Sobald die Dokumente vorliegen, werden die Anwohner rechtliche Schritte erwägen.
Darüber hinaus forderten Anwohner externe Gutachten zum Gesundheitszustand der Bäume, da ihnen der Stadtrat die entsprechenden Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt hatte. Laut Quellen innerhalb der Opposition im Stadtrat von Palma, die mit ARA Baleares sprachen, hielt die Stadtverwaltung die Gutachten auch den Oppositionsparteien vor, obwohl einige diese schriftlich angefordert hatten. „Wir wissen nicht, worauf die Entscheidung zum Fällen der Bäume beruht. Man sprach mit uns allgemein über Bäume, aber wir wollen individuelle Gutachten und eine Erklärung, welche Bäume ersetzt werden sollen“, forderte Javier Aguilar, ein Anwohner. Die Anwohner kritisierten außerdem die Eile, mit der der Stadtrat die Fällungen durchführte. „Seit der Ankündigung ist erst ein Monat vergangen. So eine Eile hat es noch nie gegeben. Warum haben sie das so gemacht?“, fragte Navarro.
Vor den Fällungen hatten die Anwohner den Stadtrat gebeten, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und andere Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, ohne die Bäume zu fällen. „Aber man hat uns nicht zugehört“, beklagte Aguilar. Während des Protests riefen Anwohner, die Mitglieder des Stadtrats von Palma seien „Terroristen“ und „Mörder“, und forderten gleichzeitig den Rücktritt von Bürgermeister Jaime Martínez.
Aus all diesen Gründen haben Anwohner und Organisationen den Stadtrat von Palma (Cort) aufgefordert, die entsprechenden politischen und technischen Verantwortlichkeiten zu übernehmen, die ergriffenen Maßnahmen öffentlich zu erläutern, konkrete Schritte zur Behebung der entstandenen Schäden einzuleiten und dringend Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Sie haben den Stadtrat von Palma nachdrücklich gebeten, „daran zu arbeiten, das äußerst negative Image, das diese Aktion der Stadt zugefügt hat, zu bereinigen“.
Die neuen, offenen Ausblicke des Hotels
Die Anwohner wiesen außerdem darauf hin, dass die von der Stadtverwaltung Palma gefällten, schönen Schattenbäume die Aussicht vom Hotel La Calatrava, das sich ebenfalls am Llorenç Villalonga-Platz befindet, versperrt hatten. Wie auf dem Foto zu sehen ist, genießt das Hotel nun wieder einen freien Blick.