Esporles sperrt den Verger wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche.
Der Stadtrat empfiehlt die vorbeugende Evakuierung der betroffenen Häuser und verstärkt die Absperrung um das Gebiet, während Techniker die Sicherheit des Geländes beurteilen.
Der Stadtrat von Esporles hat den Zugang zum Gebiet El Verger aufgrund der Gefahr weiterer Erdrutsche eingeschränkt, nachdem es in der Nacht zum 22. Januar in einem Gebiet mit ähnlichen Vorfällen in den letzten Jahren erneut zu Felsstürzen gekommen war. Laut einer am Samstag vom Stadtrat veröffentlichten Erklärung wurden alle verfügbaren Ressourcen und Einsatzkräfte mobilisiert, um die Situation zu bewältigen. In den frühen Morgenstunden des Freitags, den 23., begab sich der Stadtrat in Begleitung der örtlichen Polizei, der Feuerwehr Mallorcas, der Gemeindefeuerwehr, der Guardia Civil, des Straßenbauamts des Inselrats, des Umweltbeauftragten und des Notrufs 112 in das Gebiet, um die ersten Maßnahmen zu koordinieren. Bürgermeister Josep Ferrà reiste zum Unglücksort, um die Maßnahmen zu überwachen und die betroffenen Anwohner zu besuchen. Später wurde er vom Generaldirektor für Katastrophenschutz der Balearenregierung, Pablo Gárriz, begleitet. Erste Inspektion und Risikobewertung wurden durchgeführt.
Mallorcas Feuerwehrleute inspizierten das Gebiet am frühen Freitagmorgen, unterstützt vom Hubschrauber Milana, der eine Luftaufklärung mit Videoaufzeichnung ermöglichte. Zunächst konzentrierten sich die Maßnahmen auf die Evakuierung von Fahrzeugen und die Beseitigung umgestürzter Bäume, während der Inselrat von Mallorca Ressourcen zur Felsbeseitigung mobilisierte. Die mechanischen Arbeiten mussten jedoch aufgrund der hohen Gefahr weiterer Erdrutsche eingestellt werden. Anschließend führten Techniker des Zentrums für die Beobachtung von Naturrisiken und Notfällen der Balearen (RiscBal – UIB) eine Drohneninspektion durch, um einen vorläufigen Bericht zu erstellen. Ersten Einschätzungen zufolge steht der Erdrutsch im Zusammenhang mit den seit Mitte Dezember 2025 angesammelten Niederschlägen und der hohen Bodenfeuchtigkeit, die in der letzten Woche deutlich zugenommen hat.
Empfehlung zur vorbeugenden Evakuierung.
Die technischen Dienste kamen überein, dass angesichts des bestehenden Risikos und der Unwettervorhersage der Einsatz schwerer Maschinen oder die dauerhafte Präsenz von Personal in dem Gebiet nicht ratsam ist. Daher wurde die vorübergehende Evakuierung der betroffenen Häuser empfohlen, bis der endgültige technische Bericht voraussichtlich Anfang bis Mitte nächster Woche vorliegt. Bürgermeister Ferrà betonte, dass „die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität hat“ und dass der Stadtrat „umsichtig und schnell gehandelt, alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert und den betroffenen Familien bei Bedarf alternative Unterkünfte angeboten“ habe.
Ergriffene Maßnahmen
Aufgrund dieser Informationen verstärkte der Stadtrat die Absperrung des Gebiets, um den Zugang für Fahrzeuge und Fußgänger zu verhindern, erhöhte die Anzahl der Hinweisschilder zur Erdrutschgefahr, informierte die Anwohner umgehend über die Empfehlung zur vorbeugenden Evakuierung und bot Menschen ohne alternative Unterkunft oder soziales Netzwerk vorübergehende Unterkünfte an. Bislang wurden keine Personenschäden oder Gebäudeschäden gemeldet, lediglich zwei Privatstraßen bleiben weiterhin abgesperrt. Der Zugang zum Gebiet ist für Fahrzeuge, Fußgänger, Wanderer und Kletterer vollständig gesperrt.
Hintergrund und Präventivmaßnahmen
Verger ist ein Ort, der in der Vergangenheit immer wieder von Felsstürzen heimgesucht wurde. Dieselben Häuser waren bereits im März 2015 und 2018 betroffen, als jeweils ein Felsbrocken in ein Haus einschlug. Vorsorglich wurde in jenem Jahr eine Wetterstation installiert und Informationsveranstaltungen organisiert, um das Bewusstsein für Prävention zu stärken.
Aktivierung des Platerbal
Am Freitag aktivierte die Regierung der Balearen den Brandschutzplan Platerbal. Um 19:00 Uhr fand im Notfallkoordinierungszentrum 112 (CECOP) eine Sitzung des Technischen Beratungsausschusses statt. Teilnehmer waren der Bürgermeister, die örtliche Polizei, die Feuerwehr, RiscBal (der balearische Waldbrandschutzdienst) und die Straßenbaubehörde des Inselrats. Nach Prüfung der vorläufigen Berichte wurde beschlossen, den Plan aktiv zu halten und die technische Bewertung bis zum Vorliegen des Abschlussberichts fortzusetzen. Feuerwehr und Straßenbaubehörde entfernten bereits Waldabfälle, um die Ausfahrt der Fahrzeuge betroffener Anwohner zu erleichtern.
Appell an die Bürgerverantwortung.
Der Stadtrat bekräftigte, dass der Zugang zum betroffenen Gebiet bis auf Weiteres gesperrt bleibt, und appellierte an die Bevölkerung, Vorsicht walten zu lassen und verantwortungsbewusst zu handeln. Er forderte alle dringend auf, das betroffene Gebiet nicht zu betreten. Der Stadtrat dankte dem Inselrat und der Balearenregierung für die gute Zusammenarbeit, insbesondere dem Leiter des Straßenbauamts der Insel, Rafel Gelabert, dem Leiter des Katastrophenschutzes, Pablo Gárriz, und der Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, die sich nach der Lage erkundigt hatten.