Die Regierung stellt 1,3 Millionen für die Auslagerung von Wassergutachten bereit, angeblich um den Wohnungsbau zu beschleunigen.
Die Maßnahme zielt darauf ab, Verzögerungen bei Baugenehmigungen zu reduzieren, wirft aber Fragen hinsichtlich der öffentlichen Aufsicht und Überwachung der Akten auf.
Die Regierung hat einen Auftrag im Wert von 1,3 Millionen Euro zur Auslagerung der Erstellung und Bearbeitung von Berichten für die Generaldirektion ausgeschrieben. Wasserressourcen Mit dem Ziel, Verfahren, insbesondere im Zusammenhang mit Wohnungsbauprojekten, zu vereinfachen, fällt die Entscheidung in eine Zeit starken Drucks seitens der Bauwirtschaft, die sich seit Monaten über Verzögerungen bei den Gutachten zur Wasserverträglichkeit beklagt. Diese Verzögerungen behindern die Genehmigungserteilung und den Baubeginn angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Wohnraum. Die Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, verteidigte die Maßnahme vor einer Woche im Parlament und betonte, sie spiegele das Engagement der Regierung wider, administrative Hürden abzubauen. „Unser Regierungsprogramm hat die Beseitigung dieser Hürden versprochen“, erinnerte sie das Parlament und verwies zudem auf zu Beginn der Legislaturperiode getroffene Entscheidungen mit demselben Ziel. In diesem Zusammenhang nannte Prohens die Abschaffung der Umweltkommission der Balearen, wodurch die Umweltverträglichkeitsprüfungen in die Hände von Fachexperten und nicht mehr von einem politisch ernannten Gremium gelegt wurden. Laut der Präsidentin habe diese Reform im ersten Jahr eine Steigerung der Gutachtenerstellung um 82 % und im zweiten Jahr um 36 % ermöglicht. „Wenn es Ja heißt, heißt es Ja; wenn es Nein heißt, heißt es Nein – aber jetzt agiler, objektiver und konsequenter“, erklärte sie. Der Fokus liegt nun auf dem Ministerium für Wasserressourcen, das laut Regierung zu Beginn der Legislaturperiode Verzögerungen von bis zu dreieinhalb Jahren aufwies. Die Regierung hingegen behauptet, die Aktivität habe sich in zweieinhalb Jahren verdoppelt, was unter anderem auf die gestiegene Anzahl von Anträgen im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum zurückzuführen sei, wie beispielsweise die Umwandlung von Gewerbeimmobilien, preisgünstige Bauprojekte und neue öffentliche Wohnungsbauprojekte. Beschwerden von Bauträgern
Tatsächlich haben Bauträger Beschwerden bei der Regierung eingereicht, da einerseits zwar Vorschriften und Lösungen angekündigt werden, andererseits aber Bauprojekte nicht vorankommen. Die Beschwerden der Bauträger erreichten das Consolat de Mar (den Sitz der Balearenregierung), wo die Entscheidung fiel, die Gutachten auszulagern. Regierungsquellen erwarten Kritik wegen mangelnder Aufsicht und versichern, dass „alle Genehmigungen wie erwartet von der Verwaltung unterzeichnet und geprüft werden“. Die Entscheidung ist daher nicht unumstritten. Die Auslagerung von Gutachten in einem so sensiblen Bereich wie der öffentlichen Wasserversorgung – von zentraler Bedeutung in einem Gebiet mit begrenzten Ressourcen und hohem Entwicklungsdruck – wird von einigen als zweischneidiges Schwert betrachtet. Zwar mag sie dazu beitragen, Fristen zu verkürzen und Projekte wieder in Gang zu bringen, wirft aber auch Fragen hinsichtlich der öffentlichen Aufsicht, der Einheitlichkeit der Kriterien und der Fähigkeit der Verwaltung auf, die an externe Unternehmen vergebenen Arbeiten zu überwachen.
Die Regierung gibt an, die Ressourcen aufgestockt, die interne Struktur angepasst – unter anderem durch die Einrichtung eines separaten Dienstes für die Verwaltung der öffentlichen Wasserressourcen und eines weiteren für Planung, Bau und Instandhaltung –, unterschiedliche Bearbeitungswarteschlangen je nach Art der Akte eingerichtet und die Teams mit Unterstützung von Tragsa verstärkt zu haben. Zudem wurden die elektronische Verwaltung und die Bearbeitung durch Selbstauskünfte, sofern gesetzlich zulässig, gefördert. Laut Prohens haben diese Maßnahmen den Aktenrückstand um mehr als 50 % reduziert. Die Regierung ist jedoch der Ansicht, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um das aktuelle Volumen zu bewältigen, und erwartet, dass die Auslagerung von Aufgaben die Bearbeitung weiter beschleunigen wird. Die von der Regierung angekündigte Auslagerung ist somit Teil einer umfassenderen Verwaltungsreformstrategie, die darauf abzielt, die Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Wirtschaftstätigkeit, insbesondere im Wohnungssektor, zu erleichtern. Die zentrale Frage ist, inwieweit diese Straffung mit der Aufrechterhaltung der Garantien für die Bewirtschaftung einer strategischen Ressource wie Wasser vereinbar ist, die sich auf den Inseln derzeit in einer kritischen Lage befindet.