Die Künstlerin Mar Grimalt und die Völkerrechtsexpertin Margalida Capellà diskutieren über demokratisches Gedächtnis und Freiheiten
Die Veranstaltung findet diesen Mittwoch im Estudi General Lul·lià statt und wird von Cristina Ros moderiert.
PalmeDer ARA Baleares (Verband der Balearen von Aragon) veranstaltet am Mittwoch, den 28. Januar, eine Podiumsdiskussion zum Thema demokratisches Gedächtnis, Diskriminierung und das System der Freiheiten. Hintergrund sind die Aufhebung des Gesetzes zum demokratischen Gedächtnis auf den Balearen und der Wiederaufstieg der extremen Rechten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr im Lul·lià-Studiensaal in Palma statt. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Das Treffen basiert auf der Idee, dass demokratisches Gedächtnis über die notwendige Wiedergutmachung für die Opfer des Franco-Regimes hinausgeht und Erinnerung auch als Recht der jüngeren Generationen etabliert, die in einer Demokratie geboren wurden und oft nur unzureichend über die Diktatur aufgeklärt wurden. In einer Zeit, in der Diskurse, die die faschistische Vergangenheit verharmlosen oder leugnen, erneut kursieren, zielt die Debatte darauf ab, die Notwendigkeit des Verständnisses dieser Vergangenheit zu betonen, um ihre Wiederholung zu verhindern.
Am Runden Tisch nehmen Margalida Capellà, eine der treibenden Kräfte hinter dem Gesetz zur demokratischen Erinnerung und Expertin für Menschenrechte, Mar Grimalt, eine junge, engagierte und sozialbewusste Künstlerin, sowie Cristina Ros, Direktorin der Wochenzeitung ARA Balears, teil, die das Gespräch moderieren wird. Der Dialog ist in mehrere thematische Blöcke gegliedert, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden. Die Debatte beginnt mit einer Analyse der Bedeutung des Gesetzes zur demokratischen Erinnerung auf den Balearen – sowohl für die Opfer und ihre Familien als auch für die Gesellschaft insgesamt – und den demokratischen und symbolischen Konsequenzen seiner Aufhebung. Anschließend werden aktuelle politische und mediale Entwicklungen erörtert, insbesondere die Frage, ob es zu einem tatsächlichen Stillstand in der Erinnerungspolitik und einem Verschwinden der entsprechenden Narrative in den Medien und der Öffentlichkeit gekommen ist. Ein weiteres zentrales Thema ist der Aufbau des Freiheitssystems nach der Diktatur und dessen fortschreitende Aushöhlung in einer globalisierten Welt mit zunehmend konzentrierter wirtschaftlicher und politischer Macht. Auch das Wiedererstarken der extremen Rechten auf den Balearen, in Spanien und in Europa sowie dessen Zusammenhang mit der Leugnung oder Verharmlosung der faschistischen Vergangenheit werden analysiert.
Ein Schwerpunkt der Diskussion liegt auf jungen Menschen: Was wissen sie wirklich über das Franco-Regime, was haben sie in der Schule gelernt, welche Ideen kursieren unter ihnen und woher stammt der Diskurs, der behauptet, „das Leben war unter Franco besser“ gewesen zu sein – ein Diskurs, der oft von Menschen wiederholt wird, die die Diktatur nicht miterlebt haben. In diesem Zusammenhang werden auch reaktionäre Diskurse thematisiert, die die Idealisierung des Francoismus mit sexistischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Ideen verknüpfen, sowie die Behauptung, „es gäbe heute zu viele Rechte“.
Abschließend wird die Podiumsdiskussion die Rolle sozialer Medien und Desinformation, insbesondere auf Plattformen wie TikTok, erörtern und untersuchen, wie demokratisches Gedächtnis mit simplifizierenden und oft falschen Darstellungen konkurrieren kann. Die Debatte schließt mit einer Reflexion über Erinnerung, Kultur und Zukunft sowie über die Rolle, die Kunst, Bildung und Journalismus als Orte des Widerstands und der Weitergabe von Erinnerung spielen können.