Das Gesundheitszentrum, das nie kommt: Manacor, am Limit aufgrund der Überlastung des Gesundheitssystems.

Bürgermeister Miquel Oliver fordert die Freigabe der Infrastruktur und die dringende Verstärkung der Primärversorgung sowie des Krankenhauses von Manacor aufgrund von Überbelegung.

Ein Gesundheitszentrum auf einem Stockfoto.
ARA balears
20/03/2026
2 min

PalmeDie Verzögerung beim Bau des neuen Gesundheitszentrums in Manacor ist längst nicht mehr nur ein Verwaltungsproblem, sondern hat sich zu einer der Hauptquellen institutionellen Drucks auf die Regionalregierung entwickelt. Bürgermeister Miquel Oliver traf sich mit Gesundheitsministerin Manuela García Romero, um Lösungen für die seiner Ansicht nach „untragbare“ Gesundheitssituation in der gesamten Levante-Region zu fordern. Das Treffen fand statt, nachdem das Gesundheitsministerium das 2022 für den Neubau vorgesehene Grundstück abgelehnt hatte. Grund dafür war ein Gutachten der Wasserbehörde, das das Grundstück in einem Gebiet mit bevorzugtem Wasserfluss ausweist. Laut Stadtrat führt diese Entscheidung zu einer „inakzeptablen Verzögerung“ des Projekts, das als entscheidend für die Bewältigung des Bevölkerungswachstums und die Entlastung des Gesundheitssystems gilt.

Das Treffen hat jedoch einen Bruch hinterlassen: Die drei beteiligten Behörden – Stadtrat, Regionalregierung und Wasserbehörde – arbeiten weiterhin daran, den geplanten Standort im Molí d'en Beió-Park beizubehalten, bis die endgültige Klassifizierung des Geländes vorliegt. Oliver argumentiert, die Verwerfung des Projekts sei „voreilig“ gewesen und besteht darauf, dass das Gelände erst dann aufgegeben wird, wenn eine klare Lösung gefunden ist.

Die Primärversorgung ist überlastet

Während das Projekt weiterhin stagniert, wächst der Druck auf die bestehenden Einrichtungen. Der Bürgermeister konzentriert sich insbesondere auf das Gesundheitszentrum Torre, das an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet. Angesichts dieser Situation hat er eine sofortige Aufstockung der personellen und materiellen Ressourcen gefordert, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

Das Regionalministerium hat seinerseits eine vorübergehende Umverteilung der Dienstleistungen angekündigt, um den dringendsten Bedarf zu decken. Der Stadtrat hält diese Maßnahme jedoch für unzureichend, solange sie nicht durch eine strukturelle Lösung ergänzt wird. Auch Küstenregionen wie Portocristo und Illot sind von Engpässen betroffen, wo der Personal- und Ressourcenmangel in den Sommermonaten besonders akut ist, wenn die Einwohnerzahl in der Region 200.000 übersteigt. Das Krankenhaus steht unter Druck.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Treffens war die Situation im Manacor-Krankenhaus, einem Überweisungszentrum für rund 170.000 Menschen. Oliver forderte Erklärungen für die hohe Zahl an Überweisungen an private Gesundheitsdienstleister und äußerte Bedenken hinsichtlich des Mangels an Fachkräften in Bereichen wie Radiologie, Anästhesiologie und Geburtshilfe.

Miguel Oliver, Bürgermeister von Manacor.

Das Regionalministerium hat zugesichert, die Stellen „so schnell wie möglich“ zu besetzen, doch der Bürgermeister warnte, dass für die Gemeinde „zu viel auf dem Spiel steht“ und er die Einhaltung dieser Zusage genau überwachen werde. Sozialer Druck und politischer Konsens spielen dabei eine Rolle.

Das Treffen diente auch dazu, die Forderungen des Frauenkollektivs Levante und rund vierzig weiterer Organisationen zu übermitteln. Diese warnen vor dem Rückgang der Versorgungsqualität und fordern ein öffentliches Gesundheitssystem mit mehr Ressourcen und einer stärkeren lokalen Präsenz. In diesem Zusammenhang erinnerte Oliver daran, dass der Stadtrat einstimmig einen Antrag zur Stärkung der Gesundheitsversorgung angenommen habe, was den politischen Konsens in dieser Frage verdeutliche. „Manacor braucht eine Gesundheitsversorgung, die den Bedürfnissen seiner Bevölkerung gerecht wird“, schloss der Bürgermeister und forderte „konkrete und dringende Lösungen“, um eine Situation zu ändern, die, wie er warnte, nicht länger warten könne.

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