Die Studierenden des CIFP Junípero Serra bewahren mit dem Immersiven Archiv lokaler Stimmen die lebendige Erinnerung Mallorcas.
Das Projekt kombiniert audiovisuelle Schulungen und Feldarbeit mit Museen und dem Fischereisektor, um Handwerk, Traditionen und mündliche Überlieferungen zu dokumentieren, die Teil des immateriellen Kulturerbes sind.
PalmeDas Bildungsprojekt „Immersives Archiv lokaler Stimmen“, gefördert vom Fachbereich Bild und Ton des Berufsbildungszentrums Junípero Serra (CIFP), ermöglicht es Studierenden, aktiv an der Bewahrung, Dokumentation und Verbreitung der mündlichen und akustischen Geschichte der Region mitzuwirken. Die Initiative verfolgt das Ziel, „die Gegenwart festzuhalten, bevor sie zur Vergangenheit wird“, und verbindet technische Ausbildung mit ethischer Reflexion und praktischer Feldarbeit. Diese Woche kamen Fachleute aus dem Museums- und Fischereisektor zusammen, um über die Bedeutung der Erhaltung des materiellen und immateriellen Kulturerbes und der Dokumentation lebendiger Erinnerungen im Kontext des sozialen und ökologischen Wandels zu diskutieren. Am Montag fand die erste Podiumsdiskussion mit Toni Vich, Direktor des Tonmuseums Marratxí, Aina Ferrero, Direktorin des Inka-Schuh- und Industriemuseums, und dem Techniker und Professor Biel Company statt. Die Sitzung befasste sich mit der Katalogisierung von Sammlungen, der Bewahrung des Kulturerbes und der gesellschaftlichen Rolle lokaler Museen.
Laut Aina Ferrero sollten Museen, insbesondere lokale, die direkte Beteiligung der Bewohner fördern, damit diese ein Gefühl der Mitbestimmung entwickeln. Toni Vich betonte seinerseits, dass „eine der aufwendigsten und wichtigsten Aufgaben des Fangmuseums darin besteht, die traditionellen Arbeitsmethoden wiederzuentdecken und zu bewahren, da nur noch wenige sie erklären können.“
Traditionelle Fischerei
Am vergangenen Donnerstag stand die traditionelle Fischerei als lebendiges Kulturerbe im Mittelpunkt der abschließenden Podiumsdiskussion. Dabei wurden Themen wie der Verlust mündlicher Überlieferungen, der Klimawandel und die Weitergabe des Wissens an die nächste Generation erörtert. Domingo Bonnin, Präsident des Balearischen Verbandes der Fischerzünfte, betonte: „Die balearische Fischereiflotte besitzt einzigartige Merkmale, die dank gemeinschaftlicher Anstrengungen die Nachhaltigkeit unserer Fischgründe gewährleisten.“ Gleichzeitig beklagte er: „Die europäischen Regulierungen schaden unserem Sektor.“ Über mehrere Monate hinweg nehmen Studierende an einem umfassenden Prozess teil, der Interviews, audiovisuelle Aufnahmen, die Bearbeitung von Material und die Katalogisierung von Dokumenten umfasst. Dabei steht stets ein pädagogischer Ansatz im Vordergrund, der aktives Zuhören und Respekt gegenüber den Interviewpartnern in den Vordergrund stellt. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem CIFP Son Llebre, lokalen Museen und dem Ton- und Bildarchiv und mündet in der Schaffung immersiver digitaler Erlebnisse, die es der Öffentlichkeit ermöglichen, auf direkte und ansprechende Weise mit den Zeitzeugen in Kontakt zu treten. Die generierten Dateien werden dem Ton- und Bildarchiv des Consell de Mallorca und den beteiligten Institutionen zur Verfügung gestellt, um deren Erhaltung und zukünftigen Zugriff zu gewährleisten. So wird das Immersive Archiv lokaler Stimmen zu einer Brücke zwischen Bildung, Kulturerbe und Gemeinschaft und stellt technisches Wissen in den Dienst des kollektiven Gedächtnisses.