Die Schulabbrecherquote auf den Balearen ist um fünf Punkte gesunken; die Inseln führen nun nicht mehr die Rangliste an.

Die Quote hat sich bei rund 15,2 % eingependelt und liegt damit weiterhin über dem Landesdurchschnitt (12,8 %).

ARA Balears
29/01/2026

PalmeDie Balearen verzeichnen laut den neuesten offiziellen Daten für 2025 einen deutlichen Rückgang der Schulabbrecherquote und führen nicht mehr die Liste der autonomen Gemeinschaften mit den niedrigsten Quoten an – ein Bruch mit dem Trend der letzten Jahre. Die Quote liegt nun bei rund 15,2 %, was zwar immer noch ein hoher Wert ist, aber deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren, als der Archipel diesen Indikator konstant anführte (20,14 % im Jahr 2024). Diese Verbesserung markiert den Beginn eines Abwärtstrends nach dem Anstieg der Vorjahre, wie bereits frühere Berichte zur Entwicklung des balearischen Bildungssystems gezeigt hatten. Obwohl die Quote weiterhin über dem nationalen Durchschnitt liegt, wurden die Balearen von Regionen wie Murcia überholt, das mit einer Abbrecherquote von über 20 % erneut den ersten Platz belegt und sich damit im Mittelfeld der autonomen Gemeinschaften einordnet.

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Der Rückgang der Schulabbrecherquoten auf den Balearen ist angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre besonders bemerkenswert. Der Archipel verzeichnete einst landesweit die höchsten Anstiege der Schulabbrecherzahlen – in einem Umfeld, das von sozialer Ungleichheit, starkem Druck des Arbeitsmarktes auf junge Menschen und einer traditionell hohen Abhängigkeit von saisonalen Wirtschaftstätigkeiten geprägt war. Der aktuelle Rückgang deutet auf einen Trendwechsel hin, den mehrere Experten auf den Ausbau der Berufsausbildung, Bildungsförderprogramme und die gestiegene Verweildauer der Schülerinnen und Schüler im Bildungssystem, insbesondere von Mädchen, zurückführen.

Rekordtief in Spanien

In ganz Spanien sank die Schulabbrecherquote auf 12,8 % – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Verbesserung ist vor allem auf den starken Rückgang der Schulabbrecherquote bei Frauen zurückzuführen, die nun unter 10 % liegt, während die Quote bei Männern weiterhin deutlich höher ist. Dieser Rekordtiefstand bestätigt einen anhaltenden Abwärtstrend des letzten Jahrzehnts, obwohl Spanien immer noch über dem EU-Durchschnitt von rund 9 % liegt. Trotz der Verbesserung zählen die Balearen weiterhin zu den Regionen mit den höchsten Schulabbrecherquoten und liegen damit weit vor Gebieten wie dem Baskenland oder Navarra. Analysten sind sich einig, dass die Herausforderung nun darin besteht, diesen Rückgang zu festigen, weitere Anstiege zu verhindern und interne Ungleichheiten abzubauen, die bestimmte Gruppen und Regionen besonders betreffen. Die diesjährigen Daten markieren jedoch einen Wendepunkt: Die Balearen verbessern sich, geben ihre Führungsposition im negativen Bereich auf und schließen sich – wenn auch verspätet – dem allgemeinen Trend sinkender Schulabbrecherquoten an.