Die Schulabbrecherquote bei Männern ist dreimal so hoch wie bei Frauen.

Bildung fördert einen neuen Präventionsplan mit individueller Betreuung, mehr Berufsausbildungsplätzen und psychologischer Unterstützung in Schulen, um das Risiko des vorzeitigen Schulabbruchs zu verringern.

PalmeDie Schulabbrecherquote, eine der größten Schwächen des balearischen Bildungssystems, ist bis 2025 auf 15,22 % gesunken – der niedrigste Wert des letzten Jahrzehnts und fast fünf Prozentpunkte niedriger als 2024 mit 20,14 %. Trotz dieser Verbesserung bleibt die Geschlechterkluft signifikant: Die Quote der Schulabbrecher liegt bei Jungen bei 23,02 %, bei Mädchen hingegen bei 7,46 %. Die Daten bestätigen einen Abwärtstrend, nachdem die Balearen jahrelang landesweit führend in diesem Indikator waren.

Der Rückgang festigt den in den letzten Jahren verzeichneten Abwärtstrend. 2015 lag die Quote der Schulabbrecher auf den Balearen bei 26,71 % und damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Mittlerweile hat sich der Archipel von der autonomen Gemeinschaft mit der höchsten Schulabbrecherquote auf den fünftschlechtesten Platz vorgearbeitet. Trotz des Rückgangs betont die Regierung, dass die Quote weiterhin hoch ist und die Bekämpfung von Schulabbrechern eine ihrer wichtigsten bildungspolitischen Prioritäten darstellt.

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Bildungsminister Antoni Vera appellierte an die Gesellschaft und die Wirtschaft: „Wir stellen alles bereit: neue Regelungen, finanzielle Mittel, die Entwicklung neuer Programme und neue Ideen. Doch wir brauchen die Unterstützung der Gesellschaft. Die Bekämpfung von Schulabbrüchen in einer Region mit einem starken Dienstleistungssektor, in der wir zudem einen Zustrom von Schülern aus außereuropäischen Bildungssystemen verzeichnen, erschwert deren Integration. Die Schulabbrüche sind wie ein Damoklesschwert, das über uns schwebt“, sagte er. „Mit dem neuen Tarifvertrag für den Gastgewerbesektor wurde die Chance verpasst, der Ausbildung Priorität einzuräumen. Gerade in diesem Sektor konzentriert sich ein erheblicher Teil der Schulabbrecher unter den 16- bis 21-Jährigen. Der nächste Tarifvertrag sollte die Ausbildung berücksichtigen“, fügte er hinzu. Vor diesem Hintergrund hat das Bildungsministerium ein neues Programm zur Erfassung und Prävention von Schulabbrüchen ins Leben gerufen. Ziel ist es, Risikosituationen frühzeitig zu erkennen und junge Menschen während ihrer gesamten Bildungslaufbahn besser zu unterstützen. Das Programm wird über das Netzwerk der Beratungsstellen für akademische und berufliche Orientierung (POAP) umgesetzt und umfasst ein personalisiertes Nachbetreuungssystem, das auch die Kontaktaufnahme mit Studienabbrechern ermöglicht, um ihnen Bildungs- oder Berufsalternativen anzubieten.

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Drei Phasen

Das Modell ist in drei Interventionsphasen gegliedert. Die erste Phase konzentriert sich auf allgemeine Prävention und umfasst Beratungsangebote für alle Schüler, wie z. B. Nachhilfe, Informationsveranstaltungen für Familien und Lehrkräfte, spezielle Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Besuche in Berufsbildungszentren. Instrumente wie das Formular „Start FP“ werden eingeführt, um Risikofaktoren zu erkennen. Hinzu kommen die Studien- und Berufsberatungsakte jedes Schülers und Initiativen wie die Treffen „L’FP t’escolta“ (Die Berufsausbildung hört dir zu). Die zweite Phase richtet sich an Schüler, insbesondere an Berufsschüler, die Demotivation zeigen oder den Wunsch äußern, die Ausbildung abzubrechen. In diesen Fällen führen die Bildungszentren mit Unterstützung des Programms zur Förderung der akademischen und beruflichen Entwicklung (POAP) eine intensivere Nachbetreuung auf Grundlage der Ergebnisse des Formulars durch und nutzen spezifische Instrumente wie das Anclaje-System, um zunächst unerkannte Situationen zu identifizieren und das Präventionsprogramm gegebenenfalls zu aktivieren.

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Die dritte Phase ist für Fälle vorgesehen, in denen Schüler die Schule bereits abgebrochen haben. In diesen Fällen sind individuelle Fördermaßnahmen, eine persönliche Beurteilung jedes einzelnen Falls und ein koordinierter Übergang geplant, sobald sich der junge Mensch in einem neuen Bildungszentrum, einer Ausbildungseinrichtung oder einem Beschäftigungsprogramm anmeldet. Parallel dazu bereitet das Regionalministerium die Aktualisierung der Programme zur Erstqualifizierung (PQI) und der spezifischen Erstqualifizierungsprogramme (PQIE) vor. Diese richten sich an junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren ohne Sekundarschulabschluss (in einigen Fällen bis 22 Jahre) sowie, im Falle der PQIE, an Schüler mit Behinderungen. Die Reform zielt darauf ab, das Angebot zu erweitern, die Programme an den nationalen Rahmen anzupassen und ihre Flexibilität zu erhöhen, einschließlich der Möglichkeit, Berufsqualifikationen der Stufe 1 anzubieten. Die Einführung des neuen Modells ist für das Schuljahr 2026/27 geplant. Diese Initiativen ergänzen andere Maßnahmen, die in den letzten Jahren zur Stärkung der Berufsausbildung als Bildungsalternative ergriffen wurden. In den letzten beiden Schuljahren hat das regionale Bildungsministerium 1.078 neue Berufsausbildungsplätze geschaffen, 278 Fachlehrer eingestellt und 65 neue Ausbildungsprogramme eingeführt. Aktuell absolvieren fast 21.000 Schülerinnen und Schüler eine Berufsausbildung auf den Balearen. Ergänzt werden diese Initiativen durch den Ausbau der Beratungsdienste an den Schulen. So wurden 87 neue Beratungslehrer eingestellt und Schulpsychologen eingeführt – eine wegweisende Initiative auf den Balearen, die eine individuellere Schülerbetreuung zum Ziel hat. Laut Regierung soll so das Bildungsangebot weiter ausgebaut und verhindert werden, dass junge Menschen aufgrund fehlender Alternativen oder Unterstützung die Schule abbrechen.