MÁS beziffert die Kosten für Palmas gescheiterte Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ auf fast 100.000 Euro.
Die Partei behauptet, die bestätigten Ausgaben beliefen sich bereits auf über 98.000 Euro, mehr als die vom Kulturdezernenten angekündigten 80.000 Euro.
PalmeDie Partei MÁS per Palma wirft dem Stadtrat mangelnde Transparenz hinsichtlich der Kosten für Palmas gescheiterte Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2031 vor. Laut MÁS per Palma belaufen sich die Ausgaben bereits auf 98.000 € und übersteigen damit die vom Kulturdezernenten Javier Bonet genannten 80.000 €. Stadtrat Miquel Àngel Contreras erklärte, die Partei werde einen formellen Antrag auf Auskunft stellen, um eine detaillierte Aufschlüsselung der Projektkosten zu erhalten. „Es gibt öffentliche Aufträge, Gehälter und weitere Ausgaben, die nicht berücksichtigt wurden“, warnte er.
Ausgaben, die bereits den offiziellen Wert überschreiten
MÁS por Palma behauptet, dass allein vier offiziell bestätigte Posten die vom Stadtrat genannte Summe bereits übersteigen. Konkret führt die Partei an, dass die Erstellung des Dossiers 6.000 €, ein Werbevertrag mit einem Radiosender 33.000 €, ein Merchandising-Vertrag 14.000 € und das Jahresgehalt des Generaldirektors für Kulturprojekte – der vor einem Jahr zur Förderung der Kandidatur ernannt wurde – 46.000 € betragen. Diese Posten belaufen sich auf insgesamt 98.000 €, eine Summe, die laut MÁS die vom Stadtrat genannten 80.000 € bereits übersteigt. Über weitere Kosten bestehen weiterhin Zweifel.
Die Partei bemängelte außerdem, dass der Stadtrat weitere Ausgaben im Zusammenhang mit der Kandidatur nicht detailliert aufgeführt habe, etwa für institutionelle Werbung, Markenentwicklung, Website-Gestaltung, Social-Media-Management, die Einrichtung eines eigenen Büros oder die Erstellung von Werbematerialien. MÁS por Palma hinterfragt zudem, warum die Kosten für offizielle Reisen zur Präsentation der Kandidatur in Städten wie Madrid, London, San Sebastián, Berlin und Brüssel, inklusive Spesen, Unterkunft und Flüge, nicht berücksichtigt wurden. „Es ist unmöglich, dass sich all das auf nur 80.000 Euro beläuft. Entweder stimmen die Abrechnungen nicht oder es werden Informationen verschwiegen, und in beiden Fällen ist das sehr bedenklich“, erklärte Contreras. Die ökosozialistische Partei machte auch das Management des Kulturdezernenten für das Scheitern der Kandidatur verantwortlich. Dessen Projekt habe, so die Partei, auf der „Beschönigung des Massentourismus“ beruht und es habe an dem notwendigen gesellschaftlichen und politischen Konsens gemangelt. In diesem Zusammenhang kritisierte Contreras, dass, während die Stadtverwaltung diese Initiative förderte, kulturelle Einrichtungen wie Stadtteilbibliotheken, das Can Ribas oder das Theater Catalina Valls geschlossen oder ungenutzt blieben. „Das ist Bonets wahre Kulturpolitik, und das hat auch die UNESCO festgestellt“, schloss er.