Inca gründet den ersten Gemeinderat für demokratische Erinnerung auf den Balearen

„Inka steht einmal mehr an vorderster Front der demokratischen Erinnerungspolitik auf den Balearen“, betonte Virgilio Moreno.

ARA Balears
25/02/2026

PalmeDer Stadtrat von Inca City hat am Dienstag den Städtischen Rat für Demokratische Erinnerung gegründet – das erste Gremium dieser Art auf den Balearen. Diese Initiative folgt der Verabschiedung der Städtischen Verordnung zur Demokratischen Erinnerung, welche den rechtlichen Rahmen für die Förderung von Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und der Gewährleistung der Nichtwiederholung festlegt. Die konstituierende Sitzung fand am 24. Februar statt, einem symbolträchtigen Datum, das mit dem Jahrestag der Hinrichtung des ehemaligen Bürgermeisters von Inca City, Antoni Mateu Ferrer, zusammenfällt. Im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten erläuterte der offizielle Chronist der Stadt, Miquel Pieras, den historischen Kontext und verlas Mateu Ferrers Abschiedsbrief, den dieser vor seiner Hinrichtung verfasst hatte. Dieser besonders bewegende Moment verdeutlichte die menschliche Dimension der Repression und die Notwendigkeit, das kollektive Gedächtnis zu bewahren.

Der Bürgermeister von Inca, Virgilio Moreno, hob den wegweisenden Charakter der Initiative hervor: „Mit der Gründung dieses Rates gehen wir einen entschlossenen und mutigen Schritt. Inca steht damit erneut an vorderster Front der demokratischen Erinnerungspolitik auf den Balearen. Es geht nicht nur darum, sich an die Vergangenheit zu erinnern, sondern auch darum, die Opfer zu ehren und ihre Würde wiederherzustellen.“ Die Ratsvorsitzende für Demokratische Erinnerung, Alice Weber, betonte ihrerseits die Bedeutung des gewählten Datums. „Dass dieser Rat genau am Tag der Hinrichtung von Antoni Mateu Ferrer gegründet wurde, erinnert uns daran, dass Erinnerung nicht abstrakt ist: Sie hat Namen und Nachnamen, sie hat Familien, sie hat Geschichten, die wir nicht in Vergessenheit geraten lassen dürfen“, betonte sie. „Dieser Rat ist das Ergebnis von Dialog und gemeinsamem Engagement mit verschiedenen Organisationen. Demokratische Erinnerung kann nur durch Teilhabe, durch das Hören auf die Stimmen der Zivilgesellschaft und durch koordiniertes Handeln aufgebaut werden“, fügte Weber hinzu. Der neue Gemeinderat dient als Plattform für Beteiligung, Dialog und Beratung und setzt sich aus institutionellen Vertretern sowie Vertretern von Gedenk-, Kultur- und Sozialorganisationen zusammen, die sich mit der Aufarbeitung des demokratischen Gedächtnisses befassen. Die Einrichtung dieses Gremiums ermöglicht die Planung zukünftiger Maßnahmen zur Beschilderung von Gedenkstätten, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprojekten und positioniert Inca als Vorreiter in der Aufarbeitung und Vermittlung des historischen Gedächtnisses.