'Trast', der mutigste Schrei von Biel Mesquida

Mit Trast, frisch aus dem Ofen der Fabrik LaBreu Edicions anlässlich seines zwanzigsten Jubiläums, das viele Anerkennungen erhält, hat Biel Mesquida eines der opulentesten und notwendigsten Bücher seiner Laufbahn unterzeichnet, ein poetisches Werk, das im richtigen Moment erscheint: nach der wohlverdienten Anerkennung des Preises d’Honor de les Lletres Catalanes, aber auch in einer Zeit großer soziologischer und politischer Turbulenzen weltweit, mit einer niederschmetternden Rückkehr zu rechtsextremen Tendenzen, die uns sehr viel mehr beunruhigen sollten. Trast ist ein Manifest, ein glühender Textvorschlag, der uns ins Gesicht kracht, um uns daran zu erinnern, dass die Stimme dieses pancatalanischen Schöpfers von grundlegender Bedeutung ist, da er Fundament schafft und sich zudem in voller katalytischer Verbrennung befindet, in einem furiosen Gemetzel. Dieses neue, aus erhabenen Versen bestehende Werk ist eine Explosion klarer Wut und kämpferischer Energie, die keine Atempause gewährt: ein langes und reißendes Gedicht, fragmentiert in acht Gesänge, das aus einer fast physischen Dringlichkeit entsteht und sich ebenso entfaltet wie eine stolze Quelle, die unaufhörlich dem treibenden Impuls folgt. Hier ist die grausame Schönheit keine Flucht, sondern ein heiliger Ort, von dem aus Forderungen nach radikaler Gerechtigkeit erhoben werden, die mit allen Namen und allen Narben ausgesprochen werden, sowohl die des Körpers als auch die des Geistes. Biel Mesquida etabliert einen angespannten und lebendigen Dialog mit den Fehlentwicklungen der Geschichte. Das stets fein abgestimmte Wahrnehmungsbewusstsein wird von den Wunden der Ungerechtigkeiten durchdrungen, sowohl von den geerbten als auch von den gegenwärtigen, als ob der (Bürger-)Krieg von '36 nicht ganz beendet wäre. Trast ist in diesem Sinne eine Polyphonie der Rebellion, aber auch der Offenbarung: Der Titel selbst fasst eine verheerende Diagnose der Gegenwart zusammen, einer Insellandschaft, die zu einem Abfallprodukt geworden ist, einer massakrierten Zeit, in der Territorium, Sprache und Brauch unter dem Gewicht materieller und symbolischer Perversionen zu zerfallen scheinen. Und doch, fernab jeder apokalyptischen Versuchung, gibt sich Mesquidas Poesie nicht resigniert, sie wagt es, weiterhin sprachliche Potenziale auszustrahlen, die Empfindlichkeiten reaktivieren und Erinnerungen aufrütteln, bis sie wieder eindringlich, kritisch, lebendig sind. In diesem quintessentiellen Werk steckt eine waghalsige Dichte, eine definierte Persönlichkeit, die sich weigert, sich abzuschließen, indem sie sich von vorne bis hinten aufschlitzt: jeder Vers ist am Limit geschrieben, mit einer Intensität, die dazu einlädt, mit allen Sinnen zu lesen. Im Dialog mit bedeutenden Werken seines Schaffens wie dem Gedicht 'Sgt. Pepper Wants You: Auca' greift das Mosaik, das Trast ist, die Fähigkeit auf und vervielfacht sie, Epos und Barbarei, Kultur und Erfahrung, Collage und Gesang in einem Fluss zu vereinen, der zugleich Tradition und Postmoderne ist. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Artefakt, das zwischen Jahrhunderten und Registern reitet und Biel Mesquida als unverzichtbaren Schöpfer bestätigt: ein Schriftsteller, der schreibt und die Sprache in eine Kraft verwandelt, die widerstehen, anklagen und träumen kann.