Es war nicht katalanisch.

PalmeAuf den Balearen herrscht ein Mangel an Ärzten. Und an Pflegekräften. Und an Anästhesisten. Und an Kinderärzten. Und an Gynäkologen. Es fehlt an Personal, an Fachkräften und an Mitarbeitern. In manchen öffentlichen Krankenhäusern ist die Rufbereitschaft für bestimmte Fachrichtungen nicht gewährleistet, manche können gar nicht angeboten werden; in manchen Geburtskliniken werden Patientinnen mangels Personal an andere Einrichtungen überwiesen, und nun hat ein Ärztestreik angekündigt, der – neben den berechtigten Gründen für die Arbeitsbedingungen – die Wartelisten weiter verlängern wird, die Patientinnen bereits jetzt zur Verzweiflung treiben. Die Diagnose wird immer ernster, doch die Behandlung lässt auf sich warten.

An diesem Punkt ist es weder verbittert noch besonders nostalgisch, sich daran zu erinnern, wie oft wir dachten, Katalanisch sei schuld an diesem Ärztemangel. Dass Fachkräfte nicht auf die Inseln kämen, weil sie ihre eigene Sprache beherrschen müssten. Die Sprachvoraussetzung sei eine unüberwindbare Hürde, eine Art Bollwerk mit offenem Akzent. Die regierende Partei und all jene, die ihre Erzählung unhinterfragt übernahmen, wiederholten sie immer wieder.

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Die Realität sah jedoch weit weniger dramatisch aus, denn auf den Balearen war Katalanisch nie ein wirkliches Ausschlusskriterium für die öffentliche Gesundheitsversorgung, nicht einmal, als es gesetzlich vorgeschrieben war – durch das Gesetz der damaligen linken Koalition. Tatsächlich hatten die Beschäftigten im Gesundheitswesen jahrelang Zeit, Katalanisch zu lernen, und es gab keine Kontrolle darüber, ob sie dies tatsächlich getan hatten. Doch die Erzählung „Wir wollen gute Ärzte, die heilen können, auch wenn sie kein Katalanisch sprechen“ funktionierte, wie ein Test, der sich in der Realität bewährte. Ein bequemer Sündenbock wurde gefunden, die Debatte verlagert, eine einfache und effiziente Opposition aufgebaut, und ganz nebenbei wurde die katalanische Sprache diskreditiert. Es ist kein Zufall, dass eine der ersten Maßnahmen der Regierung von Marga Prohens im August 2023, nur wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt, die Abschaffung der Katalanischkenntnisse als Voraussetzung für die Arbeit im öffentlichen Gesundheitswesen war. Vielleicht war es sogar die erste Maßnahme der jetzigen Regierung, quasi als wolle man die Sprache endgültig vernichten, als gefährde sie die Gesundheit aller. Doch mit dieser Entscheidung wurde den Patienten das Recht auf Behandlung in der Landessprache, einer der beiden Amtssprachen – weshalb dies nicht unerwähnt bleiben sollte –, verweigert. Gleichzeitig wurde die Idee verbreitet, dass es nun genügend und dazu noch gute Gesundheitsfachkräfte gäbe. Doch nun herrscht ein Mangel an Ärzten und Pflegekräften, und das nicht wegen des Katalanischen. Es liegt an den exorbitant hohen Wohnkosten, der Unsicherheit der Arbeitsplätze, der übermäßigen Arbeitsbelastung, der mangelhaften Planung oder daran, dass die Arbeit auf den Balearen nicht genügend Anreize bietet, um die dortigen Lebens- und Arbeitsbedingungen auszugleichen. Das liegt an einem Management, das nicht wusste – oder nicht wollte –, wie es das zugrundeliegende Problem angehen sollte. Und genau hier lohnt es sich, diese Darstellung in Erinnerung zu rufen. Denn sie war nicht nur falsch, sondern höchst unverantwortlich. Sie diente dazu, Rechte zu verweigern, mit einer essenziellen Dienstleistung schmutzige Politik zu betreiben und die Sprache zum Sündenbock zu machen. Jetzt, da Stille diese absurden Argumente ersetzt hat, jetzt, da es nicht mehr in ihrem Interesse liegt, sie zu wiederholen, ist es an der Zeit, es klar auszusprechen: Es ging nie um Katalanisch, aber sie werden nicht mehr umkehren.