Kommunikativer Surrealismus
Jedes Mal, wenn ich die Kommunikationsabteilungen von Institutionen kontaktiert habe, bin ich auf Situationen gestoßen, die surreal anmuten, an die wir Journalisten uns aber gewöhnt haben.
Da wäre zunächst die fehlende Reaktion. An Daten oder Informationen zu gelangen, selbst wenn sie irrelevant sind, ist ein Akt der Heldentat. Anfragen müssen Wochen im Voraus gestellt werden. Manchmal hat man den Eindruck, man müsse die Antworten mühsam formulieren und in gotischer Schrift auf Pergament schreiben. Vielleicht glaubt der Leser, im Zeitalter der KI, wo ein Knopfdruck genügt, um eine Datenflut zu erhalten, Fortschritte erzielen zu können. Wie sehr er sich doch irrt… Die Mechanismen der Intransparenz brauchen lange, um die Geduld der Informationssuchenden zu strapazieren, die dann oft aufgeben.
Darüber hinaus widmen sich die Kommunikationsabteilungen jeder Institution der Aufgabe, die Medien mit Unmengen irrelevanter Informationen zu überschütten. Ich würde sie nutzlos nennen, aber ich lasse es lieber. Zum Beispiel berichtete Cort diesen Freitag, dass der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, die April-Messe eröffnet habe. Meine Glückwünsche zu dieser Präsentation, die sicherlich unvergesslich war. Der Consell de Mallorca berichtete am 7. März, dass er anlässlich des Tages der Feuerwehrleute zu Ehren seines Schutzpatrons, des Heiligen Johannes von Gott, einen Blumengruß niedergelegt hatte. Ein Ereignis, das es verdient, bekannt gemacht zu werden. Und die Regierung berichtete am 11., dass 100 Personen an einer von IB Dona organisierten Podiumsdiskussion teilgenommen hatten.
Die Medien entscheiden natürlich, was sie veröffentlichen und was nicht. Doch wir beobachten mit Erstaunen diese Informationsflut, die uns erreicht, während wir auf Antworten auf unsere vielen Fragen an die Institutionen warten – Fragen, die oft unbeantwortet bleiben, verloren in einer parallelen und völlig unbekannten Dimension.
Die Bürger sollten verstehen, dass wir nicht aus Faulheit über ein bestimmtes Thema berichten, sondern weil unsere Bemühungen, die Informationen zu erhalten, nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben. Weil Kommunikationsabteilungen aufgehört haben, Journalisten zu unterstützen und eher ein Hindernis darstellen. Wenn wir um ein Gespräch mit einem Beamten zu einem bestimmten Thema bitten, werden wir aufgefordert, die genauen Fragen zu formulieren – ein Vorgehen, das dem Recht auf Information völlig entgegenwirkt. Antworten sollten nicht vorbereitet sein, bevor die Fragen überhaupt gestellt wurden.