Schlagfertigkeit, Anmut und Scharfsinn
Das Teatre Principal von Palma bietet das Stück 'Ein gelber Koffer für Nofre Taylor' von Alexandre Ballester an
PalmaObwohl Alexandre Ballester bereits vor fünfzehn Jahren von uns gegangen ist, wird er für immer in der Erinnerung derer bleiben, die seine Kunstfertigkeit, seinen Charme und seine Scharfsinnigkeit genossen haben. Dass das Teatre Principal Palma beschließt, es allen zugänglich zu machen, die nicht das Glück hatten, uns zu erleben, ist zweifellos nicht nur ein Erfolg, sondern auch eine wohlverdiente Ehrung. Die Produktion hingegen ist vom Feinsten, mit einer grandiosen Bühnenbildgestaltung, die jedoch durch ihre Mobilität für andere Bühnen der Insel eingeschränkt ist, und einer Luxusbesetzung, angeführt von Miquel Àngel Torrens, zusammen mit Luca Bonadei, Mariona Hauf, Sofía Muñiz, Maria Rosselló, Josep Orfila und Patxi Arostegui. Das Stück "Un baül groc per a Nofre Taylor", das einst Joan Lluís Bozzo auf die alternativen katalanischen Bühnen brachte, kurz vor der Gründung von Dagoll Dagom, war in der Kiste der vergessenen Stücke verschwunden. Marga López war für diese Wiederentdeckung verantwortlich, für dieses hyperrealistische Porträt der menschlichen Verfassung, denn das ist, und nichts anderes, Ballesters Stück. Die Züge des Reichen und Mächtigen haben sich weder wenig noch gar nicht verändert, denn sie waren schon immer so, seit Anbeginn der Zeit. Dies wäre eine sorgfältige, aber einfache Lesart, denn die Untertanen der Kaiser/Unternehmer spielen ebenfalls immer die gleiche Rolle, die der Unterwerfung. Darüber hinaus könnten wir jedem einzelnen der auftretenden Charaktere Namen und Nachnamen von bekannten Personen geben, so bekannt, dass sie vielleicht unsere eigenen sind. Ballesters Pinsel ließ nie eine Ecke unbemalt.
Allein diese Attribute und Besonderheiten machen "Un baül groc per a Nofre Taylor" unentbehrlich, aus dem einfachen Grund, dass es in hundert Jahren mit Sicherheit die gleiche Aktualität haben wird. Andererseits hat Ballesters Theater eine Eigenschaft, die seinen Lebenslauf verbindet: die Kombination von Humor, Spott und sogar Hohn mit Diskurs und Transzendenz. Alles in einem bunten Gewand, mit einem Hauch absurder Extravaganz. All das zusammenzubringen birgt viele Risiken. Vom Pantomime zum Melodram, einschließlich Tragödie, zu wechseln, erfordert viel Fingerspitzengefühl, damit der eigentliche Sinn des Ganzen nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Vielleicht ist es hier, wo die Inszenierung poliert werden muss, damit der Registerwechsel nicht so abrupt ist, um dem Ende Kohärenz zu verleihen, damit die notwendige Verwandlung die nötige Flüssigkeit erhält und auf dem Weg nicht an Wirksamkeit verliert.