Britischer Stempel im Schloss
Edward Elgar, Benjamin Britten und Ralph Vaughan Williams schlossen das vierte und letzte Konzert des Bellver Festivals mit dem Orquestra Simfònica Illes Balears.
PalmaViertes und letztes Konzert des Bellver Festivals mit dem Orquestra Simfònica Illes Balears als Protagonisten der bereits etablierten Veranstaltung. Als Zugabe der Saison, obwohl es ein anderes Publikum ist, diese Umstände, die je nach Ort der Aktivitäten auftreten. Auf jeden Fall sind die vier Konzerte der Formation in der symbolträchtigen Burg bereits Tradition und der Ort füllt sich Tag für Tag. Das letzte war keine Ausnahme und, wenn bisher die Solisten die Protagonisten waren, war für diesen Anlass der britische Dirigent Michael Francis derjenige, der dem Konzert seine persönliche Note verlieh. Britische Note, wie auch das Programm, das aus drei Komponisten derselben Nationalität und fast derselben Generation besteht, wie Edward Elgar, Benjamin Britten und Ralph Vaughan Williams. Die ausgewählten Stücke wurden in chronologischer Reihenfolge aufgeführt, so dass man in kurzer Zeit eine kleine Entwicklung der klassischen Musik im alten Reich nachvollziehen konnte.
Den Abend eröffnete die Streicherserenade in e-Moll, op. 20, von Edward Elgar, zweifellos die bekannteste der drei Kompositionen, die das Programm bildeten. Ein Jugendwerk, das etwas ungenau klang, die Kontraste waren kaum wahrnehmbar, wenn man bedenkt, dass es sich um eine kammermusikalische Besetzung handelt. Der zweite Teil der Aufführung gehörte dem Einfache Symphonie op. 4, von Benjamin Britten, mit sehr ähnlichen Merkmalen wie die vorherige, d. h. ein frühes, beginnendes Werk, das aus früheren Kompositionen besteht und grundlegend ist. Soweit, dass Britten den dritten Satz, die "Sentimental Sarabande, kurz nach der stilisierten und angesagten Sekunde, Verspieltes Pizzicato. Presto possibile-pizzicato sempre. Das Konzert nahm mit dem vierten Satz Fahrt auf, Frohgemutes Finale: Prestissimo con fuoco, mit einem kraftvollen Finale, das das Interesse an der Aufführung zweifellos steigerte.
Der dritte Protagonist, Ralph Vaughan Williams, widmete seine Sinfonie Nr. 5 in D-Dur Jean Sibelius, von dem er nicht sehr viel schöpft, nur kleine Details und nicht mehr als die meisten seiner Zeitgenossen aus Großbritannien. Die Intensität des Abends wurde durch diese Art von Bühnenmusik im ersten Satz, bereits mit vollem Orchester, weiter gesteigert. Michael Francis legte den nötigen Nachdruck hinein und das Ensemble reagierte entsprechend. Williams' Musik war seinerzeit wenig originell, aber die Zeit hat diesen Umstand verwischt und sie in ein im Grunde sehr angenehmes Stück mit sehr angenehmen Texturen verwandelt, das einen sehr britischen Abend abrundet und vielleicht deshalb so interessant, weil er so ungewöhnlich ist.