Die Bewohner des ehemaligen Gefängnisses wenden sich an den Bürgermeister von Palma: „Werden Sie 200 Menschen obdachlos machen, um einen Kreisverkehr zu bauen?“

Cort sagt, er arbeite „verzweifelt“ an Wohnlösungen.

Akt. vor 5 min

PalmeDie Situation der rund 200 Bewohner des ehemaligen Gefängnisses von Palma stand im Mittelpunkt der Stadtratssitzung am Donnerstag. Mehrere Bewohner des verlassenen Komplexes, unterstützt von der Plattform der Hypothekenbetroffenen (PAH), forderten eine Lösung, bevor die vom Stadtrat angekündigte Räumung stattfindet. PAH-Vertreterin Àngela Pons brachte das Problem auf den Punkt: „Wollen sie 200 Menschen obdachlos machen, um einen Kreisverkehr zu bauen?“

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Silvino, einer der Bewohner, drückte es so aus: „Muss ich unter einer Brücke leben? Ich bin krank.“ Er sagte, wenn er zwangsgeräumt werde, lande er auf der Straße. „Was soll ich jetzt tun? Wie soll ich überleben?“, fügte er hinzu und gab den Politikern die Schuld an der Situation. Luisa, ebenfalls Bewohnerin des Komplexes, erklärte, sie sei „in ärztlicher Behandlung“ und seit acht Jahren beim Ibavi (Balearisches Wohnungsinstitut) registriert, ohne eine Wohnung gefunden zu haben. „Wir sind nicht freiwillig hier“, betonte sie und bat den Bürgermeister um Mitgefühl. Sie forderte menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraum in einer Stadt, in der die Mietpreise ihrer Meinung nach „exorbitant“ seien. Aurora erzählte ihrerseits, sie suche seit Kurzem ein Zimmer und habe nur eines für 1.200 Euro im Monat gefunden, mit der Möglichkeit, nur zwei Tage die Woche zu kochen. „Ich bin im Gefängnis und dusche jeden Tag; mal sehen, was sie jetzt mit uns machen“, klagte sie.

Die Vertreterin der PAH kritisierte die Stadtverwaltung und argumentierte, dass die Räumung ohne klare Alternative neue Besetzungen begünstigen könnte. „Wir sprechen hier von Menschen“, betonte sie und kritisierte zudem, dass Hunderte ohne jegliche Unterstützung in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Wohnen auf der Straße gelandet seien. Sie stellte auch die Einrichtung eines Anti-Arbeitsamtes in Frage: „Wir zahlen eure Gehälter nicht, weil es nötig ist, sondern weil es unnötig ist.“

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Notfallprotokoll

Der Erste Stellvertretende Bürgermeister und Stadtrat von Palma, Javier Bonet, erklärte, dass man seit drei Tagen verzweifelt nach Unterkünften suche, nachdem an einem einzigen Wochenende vier Brände, möglicherweise Brandstiftung, in den Gebäuden ausgebrochen waren. Daraufhin kündigte er an, dass in der nächsten Stadtratssitzung ein Notfallprotokoll aktiviert werde. Bonet sprach davon, „Zimmer, Unterkünfte oder andere Wohnmöglichkeiten“ anzubieten und die Situation als „sozialen Notstand“ zu behandeln, ein Thema, das morgen im Rathaus dringend besprochen werde. Er erläuterte außerdem, dass eine Sonderreinigung vorbereitet werde, die rund 90.000 Euro kosten könnte. Dieses Projekt werde als Großauftrag abgewickelt und müsse daher die üblichen Verwaltungsfristen einhalten. „Verletzung von Grundrechten“

In seiner Rede im Plenum warf Pons dem Stadtrat von Palma vor, mit der Absicht, Grundrechte zu verletzen, Die Bewohner des alten Gefängnisses von Palma sollen ohne Angebot einer alternativen Unterkunft zwangsgeräumt werden.Die Organisation kritisierte die Äußerungen von Bürgermeister Jaime Martínez zur Räumung des Gebäudes und erklärte, es sei „inakzeptabel“, dass Familien in extrem prekären Lebenslagen, die das leerstehende öffentliche Gebäude an der Sóller-Straße bewohnen, inmitten einer Wohnungskrise zwangsgeräumt würden. Pons bekräftigte, dass der Zugang zu angemessenem Wohnraum ein Grundrecht sei, das von der lokalen Verwaltung gewährleistet werden müsse, insbesondere für Menschen, die sozial ausgegrenzt sind. PAH Mallorca warnte zudem, dass der Mangel an alternativen Unterkünften die soziale Notlage der Betroffenen nicht nur verschärfe, sondern sie auch in eine noch prekärere und schutzlosere Lage bringe. Laut der Organisation verstoße der Stadtrat mit seinem Vorgehen im ehemaligen Gefängnis von Palma gegen seine Verpflichtung, die Menschen-, Verfassungs- und regionalen Rechte der fast 200 Bewohner des städtischen Gebäudes zu schützen. Daher forderte er einen Stopp der Räumung und appellierte an den Stadtrat, mit eigenen Mitteln oder in Zusammenarbeit mit sozialen Organisationen Maßnahmen zu ergreifen, die die vollständige Integration der Betroffenen ermöglichen.

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