Mehr als 20 Organisationen verurteilen die Krise auf der Entbindungsstation des Krankenhauses von Manacor: „Das könnte ein weiterer Schritt im Privatisierungsprozess sein.“

Der Notfallplan beschränkt die Anzahl normaler Geburten aufgrund eines Mangels an Gynäkologen und lässt den Kreißsaal leer, wodurch Patientinnen an andere Krankenhäuser überwiesen werden.

PalmeMehr als 20 Organisationen haben ihre Besorgnis über die Einschränkung der gynäkologischen und geburtshilflichen Leistungen im Krankenhaus Manacor geäußert. Grund dafür ist die Aktivierung eines Notfallplans, der dazu geführt hat, dass im Kreißsaal praktisch keine Routineeingriffe mehr durchgeführt werden. Gesundheitsquellen bestätigten, dass der Notfallplan diese Woche aufgehoben wird, um den Normalbetrieb wiederherzustellen und die Betreuung aller Geburten ohne Einschränkungen zu ermöglichen. In einer Erklärung, die vom Frauenkollektiv Levante und über 20 weiteren Verbänden unterzeichnet wurde, wird diese Situation als Gefährdung der Frauenrechte und der Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung angeprangert. „Wir möchten unsere Besorgnis angesichts der jüngsten negativen Nachrichten über die Einschränkung der gynäkologischen Leistungen im Krankenhaus Manacor zum Ausdruck bringen“, heißt es darin. Die Forderungen der Organisationen basieren auf den Frauenrechten und den Rechten aller Menschen und gründen sich auf humanitäre Werte.

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Die Organisationen weisen darauf hin, dass das Krankenhaus in Manacor über 130.000 Menschen in der Levante-Region Mallorcas versorgt und halten es für absurd, dass es nach vier Jahren Renovierungsarbeiten bereits wieder Anzeichen von Verfall zeigt. Sie warnen zudem davor, angesichts eines möglichen weiteren Schritts in Richtung Privatisierung des Gesundheitswesens – einer Entwicklung, die das öffentliche Gesundheitssystem schwächt – nicht tatenlos zuzusehen. Sie bekräftigen, dass das Recht auf Gesundheitsschutz in der Verfassung verankert ist und die öffentlichen Behörden verpflichtet sind, dieses Recht zu gewährleisten. In ihrer Erklärung fordern die Organisationen eine gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung, die es Frauen ermöglicht, eine angemessene öffentliche Gesundheitsversorgung zu erhalten und Kindern und Enkelkindern die Geburt in Manacor zu ermöglichen. Sie wollen außerdem alle Belastungen vermeiden, die Reisen für Mütter, Kinder und Familien – sowohl wirtschaftlich als auch sozial – mit sich bringen könnten. Schließlich geben sie bekannt, dass sie „ein dringendes Treffen mit dem Leiter des Krankenhauses von Manacor einerseits und mit dem Bürgermeister von Manacor andererseits beantragt haben, um diese Situation zu beheben und den Trend zur Privatisierung des Gesundheitswesens schnellstmöglich umzukehren.“

Stillstand auf der Geburtsstation

Der am 19. Januar 2026 aktivierte Notfallplan wurde aufgrund des Mangels an verfügbaren Gynäkologen für die Schichten nach 15:00 Uhr und an Wochenenden umgesetzt. Dies führte dazu, dass normale Geburten in andere Krankenhäuser verlegt werden mussten. Die dadurch entstandene Situation hat die Geburtsstation praktisch verwaist und bei Fachkräften und Patientinnen Empörung ausgelöst. Viele Frauen ziehen es vor, andere Zentren aufzusuchen, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Laut den befragten Fachkräften könnten Hebammen trotz des Gynäkologenmangels die meisten Geburten betreuen. Die Verlegung schwangerer Frauen in andere Zentren berge unnötige Risiken und überlaste andere Krankenhäuser.

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Das Krankenhaus Manacor, das 1997 nach über zehn Jahren Bürgerprotesten und einer großen Demonstration in Palma am 31. Oktober 1987 eröffnet wurde, ist ein Überweisungszentrum, das sich seit jeher durch seine Exzellenz und die hohe Qualität der medizinischen und menschlichen Versorgung auszeichnet. Die Organisationen betonen, dass dieses Versorgungsniveau beibehalten und ausgebaut werden muss, um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Osten Mallorcas zu gewährleisten. Sie bekräftigen, dass Gesundheitsversorgung und Bildung grundlegende Säulen einer gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft sind, da sie „Spannungen vorbeugen und weitreichenden sozialen Konflikten entgegenwirken“. Daher fordern sie mehr personelle und finanzielle Ressourcen sowie ein effizienteres Management der vorhandenen Fachkräfte und Dienste. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören unter anderem Mujeres en Danza de Alaró, Teranyines de Sant Joan, Voces Feministas de Porreres, die Vereinigung zur Verteidigung des öffentlichen Gesundheitswesens auf den Balearen, die Anti-Patriarchalische Versammlung von Manacor und die Gewerkschaft STEI. Gemeinsam fordern sie, dass Überweisungen eingestellt werden und Frauen in Manacor ohne unnötige Reisen entbinden können, um die Rechte von Müttern, Kindern und Familien zu gewährleisten. Mit der für diese Woche geplanten Deaktivierung des Notfallplans sind die Organisationen zuversichtlich, dass der Betrieb wieder normal aufgenommen wird und die hohe Versorgungsqualität, für die das Manacor Hospital seit über zwei Jahrzehnten bekannt ist, weiterhin gewährleistet sein wird. Sie bleiben jedoch wachsam und bekräftigen, dass sie auch künftig fordern werden, dass die öffentliche Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger „hochwertig, flächendeckend und sicher“ ist.